Göttinger Stiftung unterstützt Minderheiten

Für bessere Lebensbedingungen benachteiligter Menschen setzt sich die Göttinger Stiftung Vielfalt der Kulturen weltweit ein. Mit Fördergeldern und Netzwerkkontakten setzt sie auf nachhaltige Impulse.

Schulmaterialien für ein Projekt in Guatemala, ein Nähprogramm in Sarajevo für die Witwen des Massakers von Srebrenica, ein Beratungszentrum für Flüchtlinge in Friedland oder das Waldhüttlprojekt in St. Pölten, bei dem in der Almhütte über interkulturelles Lernen diskutiert wird – all dies sind Beispiele für Förderprojekte der Stiftung Vielfalt der Kulturen.

„Wir können nur von Kulturen lernen, die noch leben“, sagt Vorsitzender Michael Has und bringt damit die Philosophie der Göttinger Stiftung, die 2001 von Françoise Geiger ins Leben gerufen wurde, auf den Punkt. Diese sieht sich in den Rollen des Vermittlers, Mitorganisators und Geldgebers von Projekten, die auf möglichst direkte Unterstützung von Minderheiten abzielen. Projektverantwortliche können sich an den fünfköpfigen Stiftungsrat rund um Michael Has wenden und für ihr Hilfsprojekt Fördermittel beantragen. Diese sind fest an die jeweilige Vorhaben gebunden.

„Im Stiftungsrat prüfen wir, ob die an uns herangetragenen Anträge erfolgversprechend und realistisch sind. Wenn es uns überzeugt, sagen wir: ,Lasst uns das machen!‘“, erklärt Has, der an der Universität von Grenoble lehrt und wissenschaftlicher Experte für Nachhaltigkeit ist. Nachhaltigkeit im Sinne des Überlebens anderer Kulturen stellt denn auch einen entscheidenden Aspekt bei der Vergabe der Geldmittel dar.

Die Liste der in den vergangenen 21 Jahren geförderten Hilfsinitiativen, die auf der Homepage der Stiftung abrufbar ist, ist so vielfältig und lang wie beeindruckend: Aktuelle Projekte sind etwa die Bereitstellung von Tablets, die die Schüler einer Romaschule in Bosnien und Herzegowina erhalten, um den Umgang mit digitalen Medien zu erlernen, oder auch die von der Stiftung übernommenen Kosten eines deutschen Romas, der an Schulen über Verfolgungen und Anfeindungen berichtet, sowie ein Projekt aus der Vergangenheit: die völkerverbindende Organisation eines Treffens von israelischen und palästinensischen Schülerinnen in neutraler Umgebung. Diese Beispiele zeigen, wie gerade jungen Menschen der Zugang zu zukunftsorientierten und wertvollen Informationen ermöglicht werden soll. Die Stiftung sieht dies als wichtige Bausteine für eine perspektivenreiche Zukunft an. „Mit unseren Projekten etwas zu bewegen, ist schön“, erklärt Has die gemeinsame Motivation des Stiftungsteams.

Doch es sind nicht nur die Geldzuwendungen, von denen die Geförderten profitieren. „Wir begleiten die Antragssteller auch im Hinblick auf wichtige Kontakte zu anderen möglichen Sponsoren innerhalb des Netzwerks der Stiftung“, sagt Has. Dies führe oft zu weiteren finanziellen Unterstützungen, aber auch – was manchmal noch wichtiger sein kann – zur Vermittlung von einflussreichen Ansprechpartnern. Doch woher stammt dieses Netzwerk? Die Mitglieder des Stiftungsrates verfüge alle über langjährige Erfahrung in der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen wie etwa in der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), dem Integrationsrat Göttingen, der Adivasi-Initiative, dem Tourismus mit Einsicht oder dem World Uranium Hearing.

Eine besondere Rolle hierbei spielt die Göttinger GfbV. „Die Anfänge der Stiftung waren sehr eng mit der Menschenrechtsorganisation verknüpft“, erzählt der Vorsitzende. Die Stiftungsgründerin wollte die politische Arbeit der GfbV durch aktive Hilfsprojekte ergänzen und entschloss sich, Kapital für die Gründung der Stiftung Vielfalt der Kulturen zur Verfügung zu stellen.

Die Idee von Francoise Geiger kommt von Beginn an gut an, und es finden sich stets Förderer, die finanzielle Mittel für die vom Stiftungsrat genehmigten Hilfsprojekte bereitstellen. Wenngleich, so Has, die finanziellen Strukturen in den Jahren von Niedrigzinsen, Finanzkrisen etc. zunehmende Herausforderungen mit sich brächten. „Dennoch sind wir stolz, aus der Exoten- ecke, in der wir uns anfangs befanden, herausgekommen zu sein und uns etabliert zu haben.“ Wie das gelungen ist, fasst Has wie folgt zusammen: „Wir müssen gegenseitig voneinander lernen. Das heißt, beispielsweise auch von den indigenen Völkern, was aber in keiner Richtung zu einer Verherrlichung führen darf. So kann es gelingen, eine lebenswerte gemeinsame Zukunft aller Kulturen zu ermöglichen.“ƒ

Kontakt zur Stiftung

Michael Has
Tel. 0176 98652406 michael.has@protonmail.com www.vielfaltderkulturen.de

Spendenkonto:
Bank: Sparkasse Göttingen
IBAN: DE69 2605 0001 0000 0007 78 BIC: NOLADE21GOE

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