©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Sven Grünewald

Osterode am Harz hat als Wirtschaftsregion seit langer Zeit mit Vorurteilen zu kämpfen. Die Gegenwart allerdings bietet positive Perspektiven. In der traditionsreichen Stadt zeichnet sich eine Trendwende ab – und das insbesondere im touristischen Bereich.

Altbackener Harz, demografischer ­Vorsprung, das Altenheim Niedersachsens, strukturschwaches ehemaliges Zonenrandgebiet – das waren lange die Vorurteile, mit denen sich Osterode am Harz herumschlagen musste. Martin Rudolph, Leiter der Geschäftsstelle der IHK Hannover in Göttingen, erinnert sich aber noch gut an eine Zeit davor: „Als ich 1988 zur IHK kam, war der Landkreis Osterode der industriestärkste Landkreis in ganz Niedersachsen. Das ist er heute zwar nicht mehr, aber von der Stärke ist noch immer etwas zu spüren.“ Das machen ein paar Zahlen deutlich: Mit ihren gut 20.000 Einwohnern ist Osterode ein kleines Mittelzentrum, doch laut Daten der IHK stammten 2018 von den 15 größten Industriebetrieben im fusionierten Landkreis Göttingen allein vier aus der Stadt Osterode, betrachtet man den ganzen Altkreis Osterode sind es sogar sieben.

Mit dem Mekom-Regionalmanagement gibt es zudem ein starkes Industrienetzwerk, das 2020 bereits seinen 20. Geburtstag feierte und die lange Tradition der Standortstärke widerspiegelt. Die Mekom (siehe Kasten) verweist dazu auch auf den hohen Anteil der Einpendler in den Altkreis ­Osterode. Das zeige, dass der Altkreis einen erheblichen Beitrag dazu liefere, Fachkräfte in die Region zu ziehen.

Vorurteile sind hartnäckig, und so braucht es einen langen Atem, wenn sich ein Image ändern soll. Osterode ist auf einem guten Weg, denn mehrere Entwicklungen zeigen, dass sich in der Stadt und ihrem Umfeld einiges getan hat. Ganz vorne steht ein Mentalitätswandel, der 2016 durch die Fusion des Altkreises Osterode am Harz mit dem Landkreis Göttingen begonnen hat. „Wenn man erst einmal dieses Image eines aussterbenden Landkreises hat, dann löst das eine Negativspirale aus und es ist schwierig, da wieder herauszukommen“, sagt Lars Obermann, Mekom-Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Obermann Logistik. „Die Fusion mit Göttingen hat uns geholfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.“ Die Region Göttingen gelte inzwischen als dynamische Wachstumsregion – ein Eindruck, der sich auch auf Osterode positiv auswirkt.

Eine Einschätzung, die auf breite Zustimmung in Politik und Wirtschaft stößt. Zentrale Dienstleistungen sowie die Wirtschaftsförderung des Landkreises sind immer noch vor Ort, eine Abwanderung von Verwaltungsstellen ins Zentrum nach Göttingen beobachtet Osterodes Bürgermeister Jens Augat auch nicht, die regio­nale Kooperationsbereitschaft habe spürbar zugenommen, die alten Nummernschilder sind weiter in Verwendung. Die Kreisfusion hat sich bewährt, und sie ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit, so sieht man es in Osterode. Denn die eigene Industriestärke komme schließlich auch dem Image des neuen Landkreises zugute, da Göttingen bislang nicht gerade als starker Industriestandort bekannt war.

„Auch die Göttinger haben Osterode inzwischen mehr auf dem Schirm“, so Rudolph. „Wenn wir hier Veranstaltungen anbieten, nehmen daran heute auch viele Göttinger teil.“ Und noch aus einer ganz anderen Richtung kommt die Bestätigung, dass der Harz in Göttingen präsenter geworden ist: aus dem Tourismus. Während der Harz vor der Fusion ganze 40 Kilometer Luftlinie weit weg war, ist er nach der Fusion nur noch eine rund 40-Kilometer-Spritztour nah dran, so der Eindruck von Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands. „Wir sehen das in Osterode, aber auch etwa in Bad Lauterberg oder Bad Sachsa: Der Harz wird von den Göttingern seit der Fusion anders wahrgenommen. Man merkt, wie schnell man da ist.“

Und noch ein kleiner, aber bemerkenswerter Trend wird in Osterode seit ein bis zwei Jahren registriert: der Zuzug junger Familien. Im Zeitraum von Januar bis September 2020 war die Bevölkerungszahl zwar immer noch leicht rückläufig, aber wenn man genauer hinschaut, werde die Trendwende erkennbar, so Bürgermeister Jens ­Augat. Der Bevölkerungsverlust resultiert daher, dass es mehr Todesfälle als Geburten gibt, aber es gibt inzwischen auch deutlich mehr Zuzug als Wegzüge. „Wir sehen das in vielen Bereichen – bei der Nachfrage nach Bauland, Wohnraum und Kinderbetreuung.“ In der Kinderbetreuung könne man den Bedarf nicht mehr ­decken, daher sind gerade eine neue Kita und eine Erweiterung im Bau. „Ich selbst bin der typische Fall“, so Augat. „In Osterode aufgewachsen, zum Studium weggegangen, dort ge­arbeitet und vor allem wegen der Familie wieder zurückgekehrt.“ Der Bürgermeister schätzt, dass aus seinem Abiturjahrgang wieder ein Viertel der Absolventen in Osterode sind. „Das war früher undenkbar.“

Dass es sich in Osterode ganz gut und zudem naturnah leben lässt und auch die Immobilienpreise erschwinglicher sind als in den Zentren, wird als einer der wichtigen Standortfaktoren wahrgenommen, wenn es um die Mitarbeitergewinnung geht. Und auch infrastrukturell ist Osterode nicht weitab vom Schuss. Über die Bundesstraßen lassen sich die A 38 und die A 7 gut und schnell erreichen. Dass die Lage gut ist, zeigen auch die Nachfragen nach Gewerbeflächen. „Wir erhalten immer mehr Anfragen“, sagt Augat. „Größere Anfragen können wir schon nicht mehr bedienen, aber wir sind dabei, neue Gewerbegebiete zu erschließen.“

Einzig beim Thema Internetverbindung gibt es Lücken. Nach Auskunft der WRG Wirtschaftsförderung Region Göttingen liegt im Altkreis Osterode die Anschlussrate mit Glasfaser bei rund 85 Prozent. In der Stadt Osterode funktioniert das Netz prinzipiell gut, die covidbedingte Umstellung auf Homeoffice klappte in der Internehmenslandschaft weitgehend, doch bei näherem Hinsehen zeigen sich die Probleme. „Wenn große Datenmengen von unseren Konstruktionsbereichen abgerufen werden, legen wir fast einen Teil der anderen Firmenbereiche lahm“, erklärt Sven Vogt, Geschäftsführer der KKT Frölich mit rund 240 Mitarbeitern. Ähnliche Schwierigkeiten gibt es bei Videokonferenzen: „Wenn zehn Personen über wesentliche Konstruktionsdaten und Maschinenauslegungen sprechen, haben wir nur noch versetzte Standbilder. Das ist anstrengend, die Diskussion zieht sich doppelt in die Länge, und das Ergebnis ist nur bedingt befriedigend.“ Als ebenso problematisch sieht er die Abdeckung des Mobilfunknetzes. „Wenn wir zu anderen Standorten oder Partnern fahren und das Ortsschild Richtung Herzberg verlassen, können wir nicht mehr mobil telefonieren. Das kann eigentlich nicht sein.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Detlev Seidel, Geschäftsführer der Piller Group, gemacht. Die rund 600 Mitarbeiter in der Region verteilen sich auf die Stand­orte in Osterode und das etwa 17 Kilometer entfernte Bilshausen, in dem es immer noch keine Glasfaseranbindung gibt. In Osterode sei die Situation in Ordnung „Aber wenn Mitarbeiter aus Bilshausen auf umfang­reiche Konstruktionsdaten auf den Servern in Osterode zugreifen müssen, dann können die erstmal eine halbe Stunde Mittag machen, bis alles da ist“, sagt Seidel. Auch abgebrochene Videoverbindungen gehörten zum Tagesgeschäft. Von einem real existierenden Effizienzproblem spricht der Geschäftsführer.

Zu schätzen weiß dieser jedoch die Nähe zu den Hochschulstandorten in Clausthal-Zellerfeld, Hannover, Braunschweig, Göttingen und Nordhausen – sowohl was Kooperationsprojekte angeht als auch die Gewinnung von potenziellen Mitarbeitern. „Die Kontakte zu den Hochschulen nehmen zu, das merken wir seit der Gründung des Südniedersachsen Innovationscampus deutlich.“

Insbesondere die TU Clausthal ist „unsere Hochschule“, sagt Lars Obermann. Sie liegt zwar im Landkreis Goslar, aber die Fahrzeit von Osterode aus ist kürzer als zu anderen Unis. Die Nähe zur TU hat auch dazu geführt, dass mehrere ihrer Ausgründungen, die sich normalerweise rund um die Hochschule ansiedeln, nach Osterode gegangen sind. Peter Oswald, Technologieberater im Rahmen des Südniedersachsen Innovationscampus (SNIC) ist viel in der Region bei Mittelständlern unterwegs. Ihm fallen gleich mehrere Beispiele dieser hochspezialisierten Unternehmen ein: PSL Systemtechnik, die Laborgeräte für Viskositätsmessungen im Bereich Erdölförderung herstellen, Hesse Instruments, die Erhitzungsmikroskope zur Untersuchung des Erweichungs- und Schmelzverhaltens von Materialien produzieren, sowie Flucon, die Viskositätsmessungen auch außerhalb des Erdölbereichs anbieten – ähnlich wie Piller oder KKT Frölich stehen sie für die innovative Industriestärke der Stadt. „Traditionell war man in Osterode immer zur TU Clausthal hin orientiert, die anwendungsaffiner ist“, so Oswald. „Seit sich auch die Göttinger Hochschulen stärker für Kooperationen geöffnet habe, geht der Blick aus Osterode nun in beide Richtungen.“

Für Bürgermeister Augat ist die Nähe zur TU Clausthal und zur Universität Göttingen ein ganz wichtiger Vorteil Osterodes, der allerdings noch einen kleinen Schönheitsfehler hat. „Mit dem Auto ist man in zehn Minuten in Clausthal-Zellerfeld. Was allerdings fehlt, ist eine vernünftige Anbindung mit dem öffent­lichen Nahverkehr.“ Deshalb sei Osterode mit seinem günstigen Wohnungsmarkt für Clausthaler Studenten nicht wirklich attraktiv.

Die regionale Anbindung mit Bus und Bahn ist denn auch eines der größeren Probleme. Eine vernünftige und direkte Anbindung an Göttingen gibt es nicht. Eine weitere Baustelle sieht KKT-Geschäftsführer Sven Vogt auch noch beim Betreuungsangebot für Kinder, insbesondere die bessere Anpassung an reale Arbeitszeiten. „Uns fehlt eine wirkliche Ganztagsbetreuung, damit meine ich bis 18 Uhr und das auch freitags.“

Neben diesen Hausaufgaben gibt es aber auch einen kleinen Lichtblick: den bereits erwähnten Tourismus. „Die Übernachtungszahlen sind – von einem ­covidbeding­ten Rückgang abgesehen – stabil“, so Carola Schmidt vom Harzer Tourismusverband. Klingt zunächst nicht spektakulär, aber gleichzeitig ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der Beherbergungsbetriebe um ein Drittel zurückgegangen.

Auch, dass sich der Harz als Tourismusdestination insgesamt sehr positiv entwickelt, bietet gute Aussichten. Gerade für Wanderer stellt Osterode den Ausgangspunkt für verschiedene überregionale Routen dar, allen voran der Harzer-Hexen-Stieg, der sich wachsender ­Beliebtheit erfreut. Doch was in Osterode dringend ­benötigt wird, sei ein neues großes Hotel, so Schmidt. Bislang tun sich Investoren damit noch schwer, weil eine sichtbare Ankerinvestition am Standort fehlt. Andere Orte im Harz zeigen aber, dass das Prinzip funktioniert: In Braunlage etwa war die Sanierung der Wurmbergseilbahn der Startschuss für weitere Investitionen, in Bad Harzburg war es der Baumwipfelpfad. „Auch Osterode hat das Potenzial für eine solche Entwicklung“, resümiert Schmidt. „Nun braucht es einen mutigen Investor, der die Initialzündung gibt.“

Ausflugstipps Osterode

Persönliche Tipps von Bürgermeister Jens Augat

Turm der St.-Aegidien-Marktkirche
Nach dem großen Stadtbrand 1545 wurde die aus dem Mittelalter stammende Stadtkirche wiedererrichtet. Der holzgeschnitzte Taufständer von 1589, die Kassettendecke sowie der im Barockstil gehaltene Altar und die Grabplatten der letzten Herzöge von Grubenhagen verdienen besondere Beachtung. Außerhalb von Coronazeiten gehört die St.-Aegidien-Kirche zu den ,verlässlich geöffneten Kirchen‘.

Sösetalsperre
Ein beliebtes Ausflugsziel vor allem für Wanderer und Motorradfahrer ist die Sösetalsperre. Sie ist eine der Trinkwassertalsperren im Harz und liefert ihr Wasser bis nach Bremen. Neben der Trinkwassergewinnung übernimmt sie wichtige Aufgaben für den Hochwasserschutz in der Re­gion, die Aufhöhung von Niedrigwasser in Trockenzeiten und eine umweltfreundliche Energieerzeugung. Auf einem Rundweg von ca. 10 km lässt sie sich – mit ­gutem Schuhwerk – zu Fuß umrunden. Nach ca. 2,5 km von der Staumauer aus entfernt befindet sich ein Kletterfelsen mit einem Schwierigkeitsgrad von 5 bis 7.

Bäckerei und Konditorei sowie Café Dornemann
Die Bäckerei und Konditorei Dornemann ist mehrfach ausgezeichnet, gehört zu den ,Besten in Deutschland‘ und trägt auch das ,Typisch HARZ‘-Siegel. Ob frische Brötchen und Croissants zum Frühstück, reichhaltige Snacks für unterwegs, köstliche Naschwerke, Kaffeespezialitäten im gemütlichen Café oder leckeres Natursauerteigbrot: Mit einer Vielzahl von Produkten bietet die Familie Dornemann ein breites Sortiment an fein abgestimmten regionalen Spezialitäten. Seit 1869 werden hier beste Rohstoffe auf traditionelle handwerkliche Weise verarbeitet.

Wanderung am Wasserregal
Nach der gut 9 km langen Wanderung ,Rund um Buntenbock‘ entlang der Gräben des Oberharzer Wasserregals und diverser Teiche kann man noch schön in Buntenbock in der Harzer Speisekammer einkehren und dort regionale Spezialitäten genießen.

Vogelstation
Naturbelassen und idyllisch zeigt sich die Waldvogel­station mit ihren rund 50 verschiedenen heimischen Vogelarten. Ein toller Spaß für kleine Kinder sind die frei laufenden Kaninchen und Hühner sowie ,Moritz‘, der zahme Uhu. Auf dem neuen Barfußpfad können unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten mit nackten Füßen wahrgenommen werden. Für Schulkinder bietet sich die Möglichkeit, ein Natur­forscher-Diplom zu erwerben und somit viele interessante Dinge über Natur- und Umweltschutz zu erfahren. Geöffnet ist die Vogelstation von April bis Oktober.

Persönlicher Tipp von Unternehmer Lars Obermann

Harzer-Hexen-Stieg
Start und Ziel Osterode am Harz: Spannend, anspruchsvoll, aber ,teuflisch schön‘ verläuft der beliebte Qualitätswanderweg über rund 94 km von Osterode bis Thale. Hier präsentieren sich Harzer Geschichte und Gegenwart auf alten Handelswegen durch den sagenumwobenen Natur- und Nationalpark Harz – und quer durch drei Bundesländer. In drei bis sechs Etappen wird er nahezu täglich von vielen Wanderern belaufen. Er gehört zu den beliebtesten Wanderwegen Deutschlands.

Weitere Tipps aus der Redaktion

Eseltreiberdenkmal
Dieses bemerkenswerte Denkmal gehört zu Osterodes Wahrzeichen und steht als Zeugnis der Geschichte der Eseltreiber vor dem ,Alten Rathaus‘. Damals gab es im Harz nur wenige Straßen, die selten und nur grob gepflastert waren. Viele Orte waren nur über Feld- und Waldwege zu erreichen. Daher hatte sich eine Art Eseltreiber-­Gilde gebildet, die den Nahrungsmitteltransport vom Harzkornmagazin in den Oberharz übernahm. Die sogenannten Eseltreiber, damals sehr angesehene Kaufleute, zogen meist mit Karawanen von bis zu zwanzig Eseln in den Oberharz. Diese Tiere trugen die schweren Säcke sicher über die damals schlechten, schmalen Wege.

Museum im Ritterhaus
Das sogenannte Ritterhaus, das seinen Namen der Holz­figur am Eckständer Rollberg / Untere Neustadt verdankt, ist schon von außen eine Sehenswürdigkeit. Es wurde zwischen 1650 und 1660 errichtet und unterscheidet sich durch sein grafisch vielfältiges Fachwerk sowie sein qualitativ aufwendiges Schnitzwerk von anderen Bürgerhäusern aus dieser Zeit. Im Inneren erwarten den Besucher auf drei Etagen abwechslungsreiche Themen zur Geschichte der Stadt Osterode am Harz und ihrer Umgebung.

Schlosskirche St. Jacobi
Schon im 12. Jahrhundert befand sich im Bereich der heutigen Kirche eine Kapelle, in deren Nähe sich der ­älteste Markt von Osterode befunden haben mag. Seit 1233 lässt sich hier ein Nonnenkloster nachweisen, das nach der Regel der Zisterzienser lebte. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Kloster aufgegeben und von Herzog Ernst III. zum Schloss Osterode umgebaut. Später residierten hier nur noch der landesherrliche Amtmann sowie ein Obergericht bzw. das Amtsgericht, das noch heute den Südflügel des Schlosses nutzt. In den Jahren 1751/1752 wurde die Schlosskirche grundlegend umgebaut und erhielt ihre heutige Gestalt. Im Inneren sind eine ­Moses-Figur aus dem 16. Jahrhundert, ein aus dem 12. Jahrhundert stammender Taufstein, mehrere Epitaphe sowie der im 17. Jahrhundert unter Verwendung älterer Altarflügel neu errichtete Altar besonders sehenswert.

Alte Burg
Am nordöstlichen Rand der Altstadt befindet sich auf einem Bergsporn zwischen den Tälern der Söse und des Lerbachs die Ruine der ,Alten Burg‘, die eines der Wahrzeichen der Stadt ist. Das Bauwerk dieser dank ihrer Lage strategisch bedeutsamen Festungsanlage wurde im Jahre 1153 erstmals urkundlich erwähnt. Die im Stil der Romanik aus Gipsmörtel und großen Geröllsteinen erbaute Burg war ursprünglich etwa 40 x 60 Meter groß. Sie wurde außerdem in einer im Mittelalter auch im Südharz typischen Fischgräten-­Bauweise errichtet. Der Bergfried zählte mit einer Höhe von 34 und einem Durchmesser von 14 Metern zu den größten Burgtürmen in Mitteleuropa. Die aufwendig renovierten Reste befinden sich heute inmitten eines weitläufigen Friedhofsareals. Um weitere Schäden am brüchigen Mauerwerk der Ruine zu verhindern, ist deren Betreten nicht gestattet, doch lässt sie sich vom Weg aus gut einsehen. Besonders eindrucksvoll ist der noch immer rund 20 Meter hohe Stumpf des Bergfrieds bei Nacht – vor allem, wenn er mystisch von Scheinwerfern angestrahlt wird und weithin in der Dunkelheit sichtbar ist.