Zukunft von Studienbeiträgen

Text von: redaktion

Auf der diesjährigen Studienbeitragskonferenz der Universität Göttingen trafen sich 85 Teilnehmer, davon etwa 30 Prozent Studierende, um sich über die bisherige Verwendung der Mittel auszutauschen. Dabei stand der Aufbau langfristiger Projekte im Mittelpunkt.

Positiv fiel vor allem die Zwischenbilanz des Großprojektes „Professionalisierung der Studiendekanate“ nach knapp zwei Jahren aus: Die Maßnahme wird zunächst um ein weiteres Jahr verlängert.

„Mit diesem in Deutschland in dieser Form einzigartigen Projekt haben wir in der gesamten Universität die Lehre viel stärker ins Bewusstsein gerückt“, so Universitätsvizepräsident Wolfgang Lücke.

Weiter ausgebaut werden auch die Lernlandschaften für Studierende. Darüber hinaus investierte die Hochschule in die psychosoziale Beratung, die didaktische Fortbildung der Lehrkräfte und vorbereitende Maßnahmen für angehende Studierende.

An den ersten Fakultäten wurde mit der Einrichtung von zentralen Studienbüros zur Beratung und Betreuung der Studierenden begonnen.

Zur Zeit läuft außerdem die erste Ausschreibung einer Lehrprofessur im Bereich Fachdidaktik der deutschen Sprache und Literatur, die zum Teil aus Studienbeiträgen mitfinanziert wird.

„Ohne Studienbeiträge könnten wir uns diese Maßnahmen nicht leisten. Um aber eine langfristige Wirkung zu garantieren, haben wir etwa 30 Prozent der beteiligten Mitarbeiter unbefristet eingestellt“, betont Lücke.

Erstmals wurden auf der Konferenz die Ergebnisse einer Umfrage unter Studierenden zum Thema Studienbeiträge vorgestellt.

  • 78 Prozent der Studierenden erklärten, zumindest von einem Teil der umgesetzten Maßnahmen profitiert zu haben.
  • Gleichzeitig lehnten 49 Prozent die Finanzierung dieser Maßnahmen über Studiengebühren ab.
  • Besonders positiv wurden Investitionen in Lehrkräfte und Tutorien, in Unterrichts- und Verbrauchsmaterialien sowie die Zuschüsse zu Druck- und Kopierkosten bewertet.
  • Für nur wenig sinnvoll wurden Investitionen in die Sanierung und Möblierung von Räumen sowie in Leistungsstipendien erachtet.

Die Universität hatte im Dezember 2009 mehr als 19.000 Studierende per E-Mail angeschrieben, die Rücklaufquote betrug 20,6 Prozent.

Im Rahmen der Konferenz zeichnete Lücke außerdem die Gewinner des Ideenwettbewerbs „Engagiert studieren – Initiative für Top-Studienbedingungen in Göttingen“ aus.

Prämiert wurden ein Projekt zur besseren Integration ausländischer Studierender, ein problemorientierter Leitfaden für Studierende und ein „Wissenspool“ für Wissensträger und -interessierte.

Etwa sieben Millionen Euro nimmt die Universität Göttingen im laufenden Semester aus Studienbeiträgen ein. Unter Verwendung von Rücklagen aus den vergangenen Semestern sind Ausgaben in Höhe von 8,4 Millionen Euro geplant.

Die Georg-August-Universität führt sämtliche Maßnahmen im Internet auf.

Die Hälfte der Studienbeiträge stehen für zentrale, fachbereichsübergreifende Maßnahmen zur Verbesserung der Studienbedingungen zur Verfügung. Die andere Hälfte der Beiträge fließt in Maßnahmen der Fakultäten.