Zukunft für die Forschung

© Alciro Theodoro Da Silva
Text von: Stefan Liebig

Fraunhofer Anwendungszentrum für Plasma und Photonik nimmt Arbeit auf.

„Die Stadt Göttingen hat sich seit mehr als zehn Jahren um die Ansiedlung eines Fraunhofer-Anwendungszentrums in Göttingen bemüht“, sagte Ursula Haufe bei der Schlüsselübergabe des neuen Forschungsgebäudes auf den Zietenterrassen am 14. Februar 2014. Die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) verweist dabei mit Stolz auf die erfolgreichen Anstrengungen der Stadt Göttingen, der GWG und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), dieses prestigeträchtige Projekt, das als Vorstufe für ein Fraunhofer-Institut gilt, umzusetzen.

Das 3,75-Millionen-Euro-Gebäude befindet sich direkt gegenüber der HAWKFakultät Naturwissenschaften und Technik, in deren Räumlichkeiten es für das 2012 gegründete Anwendungszentrum schnell zu eng wurde. „Wir freuen uns, dass es im April endlich losgehen kann. Die neuen Möglichkeiten machen unseren Standort für Nachwuchswissenschaftler und Kooperationspartner aus der Industrie noch interessanter“, sagt HAWK-Vizepräsident Wolfgang Viöl. Auf 1.500 Quadratmetern, aufgeteilt in drei Stockwerke, bieten die neu ausgestatteten, hochmodernen Labore des Anwendungszentrums für Plasma und Photonik des Fraunhofer IST (Institut für Schicht- und Oberflächentechnik) genügend Platz. Aus Sicht des Fraunhofer-Instituts erfüllen die HAWK und das neue Anwendungszentrum auf ideale Weise die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

„Mit dem Forschungsbau erhält Göttingen einen weiteren wichtigen Baustein für anwendungsorientierte Forschung“, betont Ursula Haufe. Derzeit arbeiten bereits 25 Mitarbeiter im neuen Anwendungszentrum, das es in dieser Form der Kooperation zwischen Fraunhofer-Institut und Fachhochschule jetzt zum zweiten Mal deutschlandweit gibt. „Wir freuen uns sehr, mit dem Einzug in das neue Gebäude die Forschungs- und Entwicklungsarbeit weiter ausbauen zu können“, sagt Viöl. Das Fraunhofer Anwendungszentrum warb im Jahr 2013 bereits Forschungsgelder in Höhe von 1,14 Millionen Euro von Firmen und öffentlichen Geldgebern ein. Zehn Forschungsaufträge aus der Industrie und sieben aus dem Bereich kleiner und mittelständischer Unternehmen (KMU) wurden 2013 bearbeitet.

Gemeinsam wird in Zukunft weitergeforscht, wobei das Anwendungszentrum als Ansprechpartner für Unternehmen und Institutionen auf die praktische Anwendung der neuen Technologien fokussiert ist. Zurzeit entwickeln die Forscher beispielsweise einen Pilzschutz für Gehölze, die durch Kupferbeschichtung besser vor Feuchtigkeit in Räumen geschützt werden sollen, und ein zweites Team arbeitet an einer Verbesserung von Glasstrukturen zur Optimierung von Bildschirmen.

„Zukunftsorientierte Forschung ist wichtig für den Wissenschaftsstandort Göttingen. Wir übernehmen als Bauherr und Vermieter auch weiterhin Verantwortung bei diesem Projekt“, so Ursula Haufe, die auf die große Erfahrung der GWG verweist, durch die dieses erst 2012 in den Planungsprozess gestartete Projekt so schnell umgesetzt werden konnte. Als Wirtschaftsförderer habe die GWG laut Haufe die Basis für neue Arbeits- und Forschungsstellen geschaffen und setze dies aktuell mit der Planung eines neuen Gebäudes für ein Biotech-Unternehmen im Science Park Göttingen fort.