Zukunft Arbeit

v.l.n.r.: Joachim Grube, Stefan Klötzer, Axel Görs, Martin Kuhlmann, Kathrin Meemken ©SüdniedersachsenStiftung
Text von:

Südniedersachsen Stiftung und IHK Hannover richteten 15. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen in Göttingen aus.

‚Wie organisieren wir Arbeit künftig?‘ – dieser Frage widmete sich die 15. Fachkräftekonferenz Südniedersachsen am Donnerstagnachmittag im Tagungshaus ‚Alte Mensa‘ der Universität Göttingen. Gut 100 Teilnehmer informierten sich auf der Veranstaltung des bei der Südniedersachsen Stiftung verorteten Regionalen Fachkräftebündnisses und der Göttinger Geschäftsstelle der IHK Hannover über Arbeitszeitmodelle, moderne Führung und Teamarbeit.

„Die Lebensarbeitszeit nimmt seit gut 100 Jahren ab – gleichzeitig hat die Wochenarbeitszeit bei Vollzeitbeschäftigten auf durchschnittlich 43,5 Stunden zugenommen“, umriss Martin Kuhlmann vom Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen die aktuelle Situation. Zudem machte er eine Zunahme von sogenannten ‚unbequemen Arbeitszeiten‘ aus – dazu zählen etwa Schicht- und Wochenendarbeit. Vor diesem Hintergrund hob Kuhlmann die Bedeutung selbst- beziehungsweise mitbestimmter flexibler Arbeitszeiten hervor: „Das ist eine wichtige Ressource für die Zufriedenheit, Leistung und Effektivität der Mitarbeiter.“ Er machte jedoch auch deutlich, dass eine solch flexible Arbeitszeitgestaltung veränderte Anforderungen an die Führungs- und Unternehmenskultur sowie die Arbeitsgestaltung mit sich bringt.

Wie diese aussehen könnte, zeigte im Anschluss Axel Görs. Der Vorstandsvorsitzende der m3team AG skizzierte die Anforderungen an moderne Führung vor dem Hintergrund ständiger Veränderungen. Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität – das seien die Stichworte, die die Arbeitslandschaft aktuell vielerorts prägten, so Görs. Umso wichtiger sei es, dass Führungskräfte ihre Mitarbeiter befähigen, auf diese Veränderungen zu reagieren. Gefragt seien immer öfter flache Hierarchien, kleine Organisationsformen sowie flexible Raum- und Zeitgestaltung. „Führung 4.0 bedeutet unter anderem, die Mitarbeiter zur Selbstorganisation zu befähigen, Eigeninitiative zu fördern und eine offene Fehlerkultur im Unternehmen zu etablieren“, machte Görs deutlich.

Einen Einblick, wie diese Veränderungen praktisch umgesetzt werden können, gab Stefan Klötzer anhand der Erfahrungen des Projekts ‚Collabo Team‘ der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften an der Universität Göttingen. Programme für Videokonferenzen, Projektmanagement oder Soziale Medien brächten zwar viele Vorteile, seien aber noch recht wenig verbreitet. Damit sich diese Werkzeuge in den Unternehmen etablieren, brauche es ein ganzheitliches Konzept: „Sie müssen sinnvoll in den Arbeitsprozess eingebunden und den Nutzerbedürfnissen angepasst werden“, sagte Klötzer. Eine Einführung in die Technik reiche nicht aus.