Zufall ist auf sicherem Kurs

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Text von: Claudia Klaft

Die ZUFALL logistics group blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 zurück: Mit einem Umsatz von knapp 254 Millionen Euro konnte der mittelständische Transport- und Logistikdienstleister gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 15,9 Prozent verbuchen.

Damit ist das ursprünglich avisierte Ziel von fünf Prozent Wachstum deutlich übertroffen worden. „Ja, wir waren von Anfang an auf einem sicheren Kurs“, erklärte es Geschäftsführer Heinz-Günter Bäsell auf dem Jahrespressegespräch am 31. März 2011 in Göttingen.

Neben dem nationalen Transportgeschäft trugen vor allem die internationalen Aktivitäten zu dem guten Ergebnis bei. Das Geschäft mit Nachtexpress-Dienstleistungen floriert: ursprünglich als kleines Nischenprodukt gestartet, verzeichnete es einen Zuwachs von 26 Prozent. Und im strategisch wichtigen Geschäftsbereich Logistik wurde ein Umsatzwachstum von knapp 21 Prozent erreicht.

„Mehr Wachstum ist aber auch mit mehr Arbeit verbunden“, betonte Bäsell. So wuchs die Mitarbeiterzahl auf 1.618 Personen, davon sind 1.350 Vollzeitbeschäftigte. Es gab 50 neue Auszubildende (16 davon in Göttingen) und 26 von 36 wurden nach ihrer Ausbildung übernommen. Für den Herbst 2011 sind insgesamt 47 neue Ausbildungsplätze geplant.

„Das Thema Fachkräftemangel beschäftigt uns bereits und wir betrachten es nicht nur aus der Vogelperspektive“, betont Managing Director Gerhard Grüneklee. Geburtenrückgang, Bevölkerungsentwicklung und die Alterspyramide hat die Geschäftsführung für ihre Unternehmensstandorte bereits untersucht und sieht entsprechenden Handlungsbedarf.

„Das Image von Speditions- und Logistikfachkräften ist nicht das Beste“, weiß Bäsell. Daher will das Unternehmen zukünftig verstärkt auf neue Kommunikationswege setzen, um die jungen Leute über die Zukunftsperspektiven zu informieren. „Wir bezahlen übertariflich und bieten einen sicheren Arbeitsplatz“.

Das mittelständische Unternehmen hat im vergangenen Jahr über eine Consultingfirma viele Unternehmensprozesse umstrukturiert, immer mit der Beteiligung der eigenen Mitarbeiter und auch die der zuarbeitenden Unternehmen und Kunden. Ein separater Zentralbereich soll sich zukünftig ausschließlich mit KVP – kontinuierlichen Verbesserungsprozessen – beschäftigen.

In 2010 wurde das Umschlagslager in Göttingen erweitert und die Arbeitsschritte neu definiert. Für 2011 sind Investitionen in Höhe von 3,9 Millionen Euro geplant, davon 850.000 Euro für die Errichtung eines Umschlagslagers in Kandel, 1,1 Millionen Euro für den IT-Bereich und 1,5 Millionen Euro für die Betriebs- und Geschäftsausstattung.

Bezüglich einer weiteren Expansion sieht sich Zufall nach neuen Standorten und ergänzenden Produktbereichen um, hat jedoch momentan nichts konkretes im Auge. Interessant wären das Rhein-Main-Gebiet, Baden-Württemberg, Hamburg und europäische Anrainerstaaten, so Bäsell.

In Göttingen sei das Unternehmen mittlerweile an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, doch bleibe dies ein wichtiger und vor allem sicherer Standort, betonte die Unternehmensführung. „Die Göttinger müssen sich keine Sorgen machen“, sagt Bäsell.

„Wir wollen immer noch weiter wachsen, müssen es jedoch ordentlich angehen“, sagte er und prognostiziert ein Wachstum von zwei Prozent für 2011, das wohl wieder überschritten werden dürfte.