Zehn Jahre Sozialpädiatrisches Zentrum Göttingen

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Text von: redaktion

Das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) feiert Jubiläum: Seit zehn Jahren betreuen die Mitarbeiter des SPZ der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) entwicklungsauffällige, behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche.

Im Jahr 2013 wurden mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche aller Altersstufen mit Entwicklungsauffälligkeiten, Bewegungsstörungen, schwerer Adipositas, körperlicher und/oder geistiger Behinderung sowie chronischen neurologischen Erkrankungen behandelt. Ziel des SPZ ist es, eine Krankheit frühestmöglich zu erkennen, einen individuellen Behandlungsplan aufzustellen und die Therapie einzuleiten. Ärztlicher Leiter des SPZ ist Knut Brockmann. Seit Januar 2013 hat er die neu eingerichtete W3-Professur für Sozialpädiatrie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin inne.

Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums findet der achte Göttinger SPZ-Tag statt am Samstag, dem 26. April 2014, von 9:30 bis 15:30 Uhr im Hörsaal 542 des Universitätsklinikums Göttingen. Auf dem Programm stehen Vorträge und Workshops zu wichtigen Themen aus dem gesamten klinischen und wissenschaftlichen Spektrum sozialpädiatrischer Versorgung. Gabriele Andretta, Vizepräsidentin des Nieder- sächsischen Landtags, spricht das Grußwort.

Achter Göttinger SPZ-Tag ’10 Jahre SPZ Göttingen‘

Samstag, 26. April 2014, 9:30 bis 15:30 Uhr

Hörsaal 542, Universitätsklinikum Göttingen

Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen

Der achte Göttinger SPZ-Tag ist eine Fortbildungsveranstaltung für Ärzte, Therapeuten, Psychologen und Pädagogen und mit fünf Fortbildungspunkten der Akademie für ärztliche Fortbildung der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert.

Im SPZ arbeiten Ergotherapeuten, Ernährungsberater, Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin, Neurologen, Logopäden, Psychologen, Sozialpädagogen, Kinderneurochirurgen und -orthopäden als multiprofessionelles Team zusammen. Für bestimmte Krankheiten, wie Muskel- oder Stoffwechselerkrankungen, Hirntumoren oder auch Multiple Sklerose, bietet das SPZ Spezialsprechstunden an.

Zu Beginn der Behandlung stehen ein ausführliches Gespräch mit Kind und Eltern sowie eine ärztliche Untersuchung. Das Konzept aus diagnostischer Abklärung und Behandlung wird von den Fachkräften des SPZ an die jeweilige Situation des Kindes angepasst. Im multidisziplinären Team werden alle Aspekte chronischer neurologischer Gesundheitsstörungen und unterschiedlicher Entwicklungsstörungen berücksichtigt. Die Behandlung kann im SPZ Göttingen oder in einer Praxis oder Einrichtung erfolgen, die sich näher am Wohnort des Kindes befindet. Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen im SPZ erfolgt in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten und Therapeuten, umliegenden Frühförderzentren und der häuslichen Kinderkrankenpflege.

Achter Göttinger SPZ-Tag – Programm:

Die Vorträge des Vormittags informieren über Möglichkeiten der Diagnostik, Vorbeugung und Behandlung häufiger wie auch seltener sozialpädiatrischer Krankheitsbilder, wie geistige Behinderung, extreme Adipositas und Bewegungsstörungen. Mijna Hadders-Algra, Kinderneurologin im Beatrix Kinderkrankenhaus des Universitätsklinikums Groningen (Niederlande) und international renommierte Expertin für Entwicklungsneurologie, spricht über Möglichkeiten und Grenzen frühzeitiger Therapien und früher Intervention bei Entwicklungsstörungen. André Reis, Direktor des Humangenetischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen und Koordinator sowie Sprecher des ‚German Mental Retardation Network‘ (MRNET)- Forschungsverbundes, referiert über genetische Ursachen der Intelligenzminderung.

Während der Pausen können Besucher die neue Tagesklinik der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin besichtigen. Nach der Mittagspause finden Workshops zur physiotherapeutischen, medikamentösen und chirurgischen Behandlung von spastischen Bewegungsstörungen, zur logopädischen und psychologischen Behandlung von Sprachentwicklungsstörungen, zur ergotherapeutischen Behandlung der hemiplegischen Hand und zur Entwicklung von Frühgeborenen statt. Außerdem gibt es eine Einführung in das Thema Sozialpädiatrie. Mitarbeiter der verschiedenen Fachdisziplinen erläutern die interdisziplinäre Arbeit im SPZ anhand exemplarischer Entwicklungsstörungen.