©Luka Gorjup
Text von: Stefan Liebig

Tüfteln, organisieren, helfen. In seiner Ausbildung zum Zahntechniker lernt Devin Klein ein Handwerk, das sich durch den technologischen Wandel rasant verändert – und das Menschen auf der Straße ein perfektes Lächeln ins Gesicht zaubert.

„Wir arbeiten wie die Cutter beim Film“, sagt Devin Klein und erklärt damit kurz und knapp seinen Ausbildungsberuf Zahntechniker. Was er damit meint, ist, dass Zahntechniker stets hinter den Kulissen arbeiten und andere – in seinem Fall die Zahnärzte – den Ruhm für die gute Arbeit ernten. Das Ergebnis ist dann ein zufriedener Kunde, der wieder mit einem strahlenden Lächeln seine perfekten Zähne zeigen kann.

Auch wenn der Weg lang ist, bis ein Zahntechniker-Azubi eigenständig Prothesen und Implantate für den echten Einsatz herstellt, weiß Devin am Ende seines ersten Lehrjahres schon viel über sein Berufsfeld. Vor allem deshalb, weil er vom ersten Tag an in die Aufgabenvielfalt seines Göttinger Ausbildungsbetriebs ReproDent eingebunden wurde. „Ich hätte nicht gedacht, von Anfang an so viel Verantwortung übertragen zu bekommen“, verrät der 19-jährige Abiturient begeistert.

Wegen der empfindlichen Materialien muss Devin die Werkstücke mit größter Sorgfalt bearbeiten. Genau das macht ihm Spaß. Denn neben seinem Fitnesssport hat er schon immer gerne getüftelt und gebastelt – bisher aber am liebsten an Autos! Zahnmodelle sind da schon was ganz anderes. Doch die Arbeiten mit der elektrischen Säge, das feine Abschleifen am Nasstrimmer oder das Gießen von Metalllegierungen an der offenen Flamme sind genau sein Ding. „Die Abwechslung ist es, wegen der ich jeden Tag gern zur Arbeit gehe“, sagt er.

Dreieinhalb Jahre dauert Devins Ausbildungszeit. Eventuell kann er sie als Abiturient auch etwas verkürzen. In dieser Zeit gilt es, die vielen Abteilungen – wie Arbeitsvorbereitung, Prothetik, Modellguss, CAD/CAM, Kronen und Brücken, Keramik, Implantate – kennenzulernen und die dortigen Abläufe zu erlernen. Zudem ist es auch ständig erforderlich, die neuesten technischen Entwicklungen der Branche zu beobachten. Gerade durch die sich rasant weiterentwickelnde Computertechnologie in Verbindung mit 3D-Druckern müssen Zahntechniker sich permanent auf neue Wünsche der Kunden einstellen. Devin bereitet das große Freude: „Es ist spannend, diesen Fortschritt zu begleiten und die neuen Geräte und Programme kennenzulernen.“

Aber wie ist Devin eigentlich auf die Idee gekommen, Zahntechniker zu werden? „Ich habe ein Praktikum beim Zahnarzt gemacht, weil das eigentlich mein Berufswunsch war“, erklärt Devin. „Dabei habe ich vom Zahntechniker gehört.“ Durch die Ausbildung hat er nun zwei Möglichkeiten: Er kann in dem handwerklichen Beruf des Zahntechnikers bleiben oder nach der Ausbildung – mit einem großen Wissensvorsprung – ins Zahnmedizinstudium starten. Denn neben dem umfassenden praktischen Wissen erhält er an zwei Tagen in der Woche den nötigen theoretischen Unterricht an der Göttinger BBS II und nimmt außerdem auch gelegentlich an Blockunterrichtseinheiten teil. Doch im Moment möchte er sich noch nicht festlegen – er hat ja auch noch genug Zeit für die Entscheidung, was er nach der Ausbildung machen will.

Das Wichtigste ist: Seine Ausbildung macht ihm Spaß. Und auch, wenn er mit den Kunden fast nie Kontakt hat, gibt es doch einen großen Trost: „Immer, wenn ich in der Stadt ein Lächeln mit perfekten Zähnen sehe, könnte das jemand sein, der von unseren Produkten profitiert. Es ist nicht schlimm, dass viele Patienten gar nicht wissen, dass es uns gibt!“

Welche Stärken sollte man mitbringen?

• handwerkliches Geschick
• Spaß am Basteln
• organisatorische Fähigkeiten
• Interesse für Technik und Computer
• Konzentrationsfähigkeit
• Stressresistenz
• Teamfähigkeit
• Entscheidungsfreudigkeit

Was lernt man in der Ausbildung?

• den Überblick über Auftragsabläufe zu bekommen und diese zu planen
• handwerklichen Hintergrund, der auch für ein (zahn-)medizinisches Studium sehr nützlich ist
• dass man Fragen unbedingt stellen sollte, die während der Arbeit aufkommen
• gemeinsam mit dem gesamten Team auf ein Ziel hin zu arbeiten
• dass man Menschen auch helfen kann, ohne sie direkt kennenzulernen

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 290–520 Euro
2. Lehrjahr: 390–620 Euro
3. Lehrjahr: 440–660 Euro
4. Lehrjahr: 500–730 Euro
Einstiegsgehalt: 1.900–2.500 Euro (brutto)