Zählbarer Vorteil

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

Was Sie beim Datenschutz beachten müssen – eine Übersicht über die wichtigsten Regelungen.

Berichte über Datenverluste und deren Missbrauch werden alltäglich. Die Bestimmungen des Bundesdatenschutz- gesetzes (BDSG) und anderer Vorschriften zum Datenschutz gewinnen an Bedeutung für Kunden und Mitarbeiter. Datenschutz wird fester Bestandteil einer normgerechten Unternehmenskultur. Die HKS Unternehmens- beratung & Service GmbH verfügt heute über fünf speziell ausgebildete betriebliche Datenschutzbeauftragte mit unterschiedlicher akademischer Vorbildung.

Gesetzliche Grundlagen

Das Bundesdatenschutzgesetz setzt die Vorgaben der Europäischen Datenschutzrichtlinie um und schafft damit die Voraussetzung für ein einheitliches Datenschutzrechtsniveau in Europa. Das Gesetz regelt den Datenschutz in der Datenverarbeitung personenbezogener Daten der „öffentlichen Stellen“ und der „nichtöffentlichen Stellen“, sprich der privaten Unternehmen. Zweck des Datenschutzes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird (Recht auf informationelle Selbstbestimmung). Die gesetzliche Grundlage gilt für Unternehmen immer, soweit diese personenbezogene Daten unter Einsatz von automatisierten Verfahren erheben und verarbeiten. Diese Unternehmen unterliegen der Meldepflicht (§ 4d BDSG) gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Landesbeauftragten für den Datenschutz.

Wenn besondere Arten personenbezogener Daten (§ 3 Abs 9), zum Beispiel Daten zur Gesundheit, verarbeitet werden, unterliegen diese Unternehmen sogar einer Vorabkontrolle (§ 4d Abs 5 BDSG), die vor dem Einsatz von automatisierten Verfahren durchzuführen ist. Die Meldepflicht entfällt, wenn höchstens neun Mitarbeiter mit der Datenverarbeitung befasst sind und die Daten nicht zum Zwecke der Übermittlung gespeichert werden. Die Meldepflicht und die Vorabkontrolle durch die Aufsichtsbehörde entfallen ferner, wenn das Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten bestellt hat. Hier greift das Prinzip der betrieblichen Selbstkontrolle.

Datenschutz als Begleiter in der Informationsgesellschaft

Die Informationsgesellschaft fordert geradezu den Datenschutz. Nach gültiger Rechtssprechung hat jeder das Recht zu erfahren und letztlich zu bestimmen, wo und welche Daten zu seiner Person erhoben und verarbeitet werden. Einschränkungen dieses Rechts auf informationelle Selbstbestimmung bedürfen einer gesetzlichen Grundlage.

Die aktuelle Diskussion der Grenzlinien zwischen der Sicherheit und dem Bürgerrecht Datenschutz verdeutlicht dessen Notwendigkeit in einem anschaulichen Maß. Videoüberwachung auf der einen und das Recht am eigenen Bild auf der anderen Seite seien hier nur beispielhaft erwähnt.

Datenschutz und Sicherheit – zwei unzertrennliche Partner

Der Grundschutz in der Informationstechnik ist eine fundamentale Voraussetzung. Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von personenbezogenen Daten sind eine tragende Säule des Datenschutzes. Dennoch sind beide Bereiche zu trennen. Sicherheit geht über den Schutz von personenbezogenen Daten weit hinaus, und Datenschutz betrachtet weit mehr Aspekte als der Grundschutz, zum Beispiel die Rechtmäßigkeit der Erhebung von Daten.

Ausblick

Datenschützer fordern seit Jahren ein Datenschutzauditgesetz, das die Einführung neuer Technologien begleitet. Nur ein umfassender Datenschutz auf gesetzlicher, zeitgemäßer Basis gewährt diesen unantastbaren Kernbereich der privaten Lebensgestaltung. Der betriebliche Datenschutz mutiert daher weiter vom Image des Bürokratismus zu einem zählbaren Marktvorteil für Unternehmen.

Diplom-Kaufmann Klaus Kindler (Foto) ist zertifizierter betrieblicher Datenschutzbeauftragter bei der HKS Unternehmensberatung in Adelebsen. Weitere Informationen: www.HKS-Gruppe.de.