Wussten Sie,

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Text von: redaktion

… dass der weltbekannte Bankier J. P. Morgan in Göttingen studiert hat und ein Mäzen der Universitätsbibliothek war?

Am 17. April 1856 immatrikulierte sich John Pierpont Morgan an der Georgia Augusta in Göttingen und besuchte bis Ende des Jahres Vorlesungen in Mathematik und Chemie. Sein Vater, Junius Spencer Morgan, hatte ihn nach Göttingen geschickt, damit er seine Ausbildung zum Abschluss bringt und seine Deutschkenntnisse verbessert. J. P. Morgan interessierte sich nicht nur für die Universität, die er für „the greatest and finest in Germany“ hielt, sondern auch für das gesellschaftliche Leben, das er auf Empfängen und Bällen genoss. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1912 erinnerte er sich an seine schöne Zeit in Göttingen und veranlasste eine Spende über 50.000 US-Dollar an die Universitätsbibliothek.

Mit dieser Spende wurde eine Stiftung eingerichtet, mit deren Zinserträgen englischsprachige Bücher für die Bib liothek angeschafft wurden. Nachdem Mittel aus der Stiftung während des 2. Weltkrieges zweckentfremdet und das restliche Stiftungsvermögen durch die Währungsreform entwertet worden war, wurde 1949 erneut Kontakt zu den Nachfahren Morgans aufgenommen. Da bis 1967 keine Reaktion er folgt war, verfügte der niedersächsische Kultusminister die Auflösung des Sondervermögens und somit der Stiftung.

Text: Tobias Kintzel

Sommer 2006