Wunderwerk Körper

Text von: Stefan Liebig, redaktion

Was wir tun können, um unserem Körper zu geben, was er braucht - und welche Hindernisse uns dabei im Wege stehen.

„Unser Körper ist ein Wunderwerk: Wir füttern ihn häufig mit schlechter Nahrung und nehmen auch sonst wenig Rücksicht – trotzdem tut er alles, um uns gesund zu halten“, sagt Kai Haselmeyer von der Chiropraxis Göttingen.

Mit seinem ganzheitlichen Ansatz möchte er den Patienten auch eine bewusstere Ernährung vermitteln. Seine Forderung, weitgehend auf Kohlehydrate zu verzichten, ist sicher nicht unumstritten. Sie basiert aber auf mehreren Studien und jahrelanger eigener Erfahrung.

Weit weniger Diskussionen löst er aus, wenn er empfiehlt, möglichst viel unbehandelte Lebensmittel zu sich zu nehmen und auf Fast Food und Fressorgien zu verzichten.

„Die Verpflegung im Betrieb ist für Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter von hoher Relevanz, da an jedem Arbeitstag meist eine Haupt- und ein oder zwei Zwischenmahlzeiten dort verzehrt werden“, sagt auch Privatdozent Thomas Ellrott, Leiter des Instituts für Ernährungspsychologie an der Universitätsmedizin Göttingen.

Allerdings gebe es kein Patentrezept für alle Betriebe, die Verpflegungssituation zu verbessern. „Gerade ein gesundheitsförderndes und zugleich schmackhaftes Speisenangebot in Unternehmen ist erheblich von der individuellen Situation vor Ort abhängig. Dazu zählen zum Beispiel die Zahl der Mitarbeiter, deren ethnische Zusammensetzung, Pausenzeiten, räumliche und hygienische Voraussetzungen und die Art der Arbeit an sich“, betont Ellrott.

So seien immer individuell auf das Unternehmen zugeschnittene Konzepte erforderlich.

Und besonders wichtig: „Ohne Mitsprache der Mitarbeiter, das heißt ohne Partizipation, scheitern viele von oben übergestülpte Ansätze, denn eine Pflicht zum Essen der vom Betrieb angebotenen Speisen gibt es nicht!“

Einen praktischen Lösungsansatz liefert Katrin Schlick vom Biolieferdienst Lotta Karotta. Die Erkenntnis, dass gerade beruflich eingespannte Menschen kaum auf ihre Ernährung achten, brachte die Händlerin auf die Idee, spezielle Bürolieferungen anzubieten.

So liefert sie den Unternehmen alles, was das Biosortiment hergibt. Wichtig ist das Engagement im Betrieb. „Ohne eine Person, die sich um die Lieferung kümmert, geht es nicht. Jemand muss das Obst und Gemüse an einen Ort stellen, an dem es gesehen wird“, erzählt Schlick.

Und neben den gesundheitlichen Aspekten und dem ausbleibenden Loch nach zu fetten Mahlzeiten weiß die Lotta-Karotta-Inhaberin auch von optischen Vorteilen zu berichten:

„In Läden und auf Konferenztischen sehen frische Waren einfach besser aus als die üblichen Keksteller.“ Denn das Auge ist immer mit…