Wolfgang Viöl leitet neues Forschungszentrum

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Text von: redaktion

Wissenschaftsministerin Wanka hat in Braunschweig zwei Fraunhofer Anwendungszentren eröffnet. Das Anwendungszentrum für Atmosphärendruck-Plasmen in Göttingen wird an der HAWK unter der Leitung von Vizepräsiden Wolfgang Viöl betrieben.

Der Aufbau des Anwendungszentrums wird mit 2, 5 Millionen Euro gefördert. „Das Fraunhofer-Anwendungszentrum ist die Krönung einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der HAWK und dem Fraunhofer IST auf dem Gebiet der Atmosphärendruck- Plasmen. Mit dem neuen Forschungsstandort stärken wir die Wissenschaftsachse Braunschweig-Göttingen und damit Niedersachsen als Zentrum für Plasmatechnologie“, so Professor Günter Bräuer, Institutsleiter des Fraunhofer IST.

Viöl erforscht seit mehr als zehn Jahren die Wirkung des ionisierten Gases an der Göttinger HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik. Mit dem Plasma Anwendungszentrum ist auch der Wissenschaftsstandort Göttingen kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte der Fraunhofer-Einrichtungen.

Geschafft hat dies mit der HAWK eine Fachhochschule, denn bisher arbeitet die Fraunhofer Gesellschaft ausschließlich mit Universitäten zusammen. Jetzt werden die beiden niedersächsischen Anwendungszentren erstmals – die Fachhochschule Hannover bekommt ein Holzfaser-Anwendungszentrum – an Hochschulen angesiedelt.

Insgesamt gibt es bundesweit sechzig der renommierten Fraunhofer Institute, die zu mehr als 70 Prozent von der Industrie sowie von öffentlich finanzierten Forschungsprojekten getragen und zu knapp 30 Prozent von Bund und Ländern gegen finanziert werden.

Wissenschaftsministerin Wanka rechnet damit, dass das Anwendungszentrum in Göttingen nach erfolgreicher Aufbauarbeit in den nächsten fünf Jahren zwischen 15 bis 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt und dabei einen Umsatz von 1,5 bis 2 Millionen Euro erwirtschaftet. Bei der Feierstunde hob sie die enormen Anstrengungen des Landes bei der Forschungsförderung von Fachhochschulen hervor.

HAWK-Präsidentin Professorin Christiane Dienel betonte, dass das Anwendungszentrum für die HAWK eine herausragende Möglichkeit der Forschung biete: „Es ist der Ort, wo sich die ‚Forschungsaktivisten‘ konkret in den Markt bewegen und die Exzellenz der Fachhochschule in der Praxis zum Strahlen bringen können.“

„Das Anwendungszentrum hat sich zur Aufgabe gemacht, das Innovationspotenzial der kommerziellen Plasmatechnik aufzudecken beziehungsweise zu erweitern, um die Plasmatechnologien nutzbringend in neuen Feldern etablieren zu können“, beschreibt Vizepräsident Viöl das Projekt.

Im Anwendungszentrum arbeitet Viöl mit Professor Günter Bräuer vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik (IST) in Braunschweig zusammen und setzt damit eine langjährige Kooperation fort. Seit mehr als zehn Jahren erarbeiten Forscherinnen und Forscher der HAWK neue Anwendungen der Plasmatechnologie.

Auf der soliden Basis erfolgreicher Forschung und großer Erfahrung in dem Bereich der Modifikation von Holz und Saatgut mit Atmosphärendruckplasmen, in denen Viöl derzeit die weltweit führende Rolle einnimmt, und der Spitzenforschung auf dem Gebieten der Plasmamedizin und Laser-Plasma-Hybridtechnologie, sollen kommerziell einsetzbare und innovative Produkte zur Verbesserung der Lebens- und Gesundheitssituation ermöglicht werden.

Als eine der ersten Fachhochschulen überhaupt zeigt die HAWK durch die gemeinsame Eröffnung eines Institutes mit der Fraunhofer-Gesellschaft, dass sie über eine hoch innovative Forschung verfügt. Dies erhöht die Attraktivität der HAWK für Studierende und künftige Partner.

Das Fraunhofer IST beschäftigt sich seit fast 15 Jahren mit Atmosphärendruck¬plasmaverfahren (ADPV). Besondere Erfolge weist das Institut bei Entwicklungen zur strukturierten Oberflächenmodifikation (Plasma Printing) sowie der gezielten Anpassung von Oberflächen für Anwendungen in der Medizintechnik auf. Beide Institutionen können zahlreiche Patente und Veröffentlichungen vorweisen.