Wohin nach der Veranstaltung?

©shutterstock: lassedesignen
Text von: Stefan Liebig

Göttingen bietet für Events klare Standortvorteile – nur bislang zu wenig Betten. faktor macht den ,Hotel-Check‘.

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Aber auch andere Häuser investierten nun in Modernisierungen und Erweiterungen. Olaf Feuerstein selbst nimmt für sein Unternehmen in den kommenden Jahren ebenfalls einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand: In einem Nachbargebäude des Freizeit In entstehen 110 neue Zimmer sowie 60 zusätzliche Zimmer im bestehenden Gebäude. Zuvor sollen noch umfassende Renovierungsmaßnahmen stattfinden.

Der Markt ist in Bewegung, und das sei wichtig, so der Hotelier. „Weil wir zusammen einen guten Standort repräsentieren müssen. Es geht hier nicht um Verdrängung, sondern um die Bereitstellung von nötigen Kapazitäten, um publikumswirksame Events in der Stadt zu ermöglichen.“ Auch für Angelika Daamen, Geschäftsführerin von Göttingen Tourismus, entwickelt sich die Unterbringungssituation in Göttingen vorteilhaft: „Mit dem B&B-Hotel am Bartholomäusbogen und dem neuen Hotel am Groner Tor steigern wir die Attraktivität erheblich und decken sämtliche Kategorien ab. Natürlich werden wir weiterhin zu Stoßzeiten ausgebucht sein und in den Sommerferien Kapazitäten frei haben. Das ist bei 85 Prozent Geschäftsreisetourismus nicht zu verhindern.“ Die Tourismusleiterin konnte sich in den vergangenen Jahren über stets steigende Übernachtungszahlen freuen. Auch für die 2015er-Bilanz rechnet sie diesbezüglich mit einem Zuwachs.

Um die Zukunft macht sie sich keine Sorgen, unter anderem auch, weil der Standort Göttingen mit den neuen Tagungsräumen in der ehemaligen Wilhelmsplatz-Mensa noch einmal aufgewertet worden sei. Doch einen Grund zum Zurücklehnen sieht sie vor dem Hintergrund der großen Konkurrenz durch andere Städte nicht. Vielmehr müsse man die Vorteile des besonderen Flairs der Stadt, der sehr unterschiedlichen Angebote und der kurzen Wege in die Waagschale werfen. Einen Ansatz dafür sieht Daamen in der guten Zusammenarbeit zwischen den Hotels und den Veranstaltungsorten, die durch die MICE-Initiative (Meeting Incentive Congress Event) erheblich gefördert worden sei. Wovon nicht zuletzt auch die Lokhalle profitiert. Auch hier soll in den kommenden Jahren erheblich investiert werden. Gemäß einem Gutachten der CIMA Beratung + Management werden die Parkplatzsituation sowie die Zufahrts-, Rad- und Fußwege optimiert, die Beleuchtung wird verbessert und die Lokhalle erhält einen Anbau, der zunächst als Lagerfläche genutzt werden soll.

Als Zukunftsprojekt bleibt dann aus Sicht der GWG noch die weitere Verbesserung der räumlichen Flexibilität der Lokhalle, etwa für messebegleitende Seminar- und Konferenzräume. „Wir müssen uns auch als Location mit ihrem Umfeld attraktiv und professionell darstellen“, sagt GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe. „Nur so können wir unsere Marktposition weiter ausbauen. Wir brauchen Mut zur Zukunft.“ Von der künftigen neuen Nachbarschaft zum Forum Wissen und zu dem Hotel am Groner Tor erwartet sie eine „gegenseitige Befruchtung“. Ob die neu entstehenden Kapazitäten allerdings genügen, um den Bedarf auch für Veranstalter zu decken, die sich bisher für andere Städte entschieden haben, bleibt abzuwarten.

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