Wohin nach der Veranstaltung?

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Text von: Stefan Liebig

Göttingen bietet für Events klare Standortvorteile – nur bislang zu wenig Betten. faktor macht den ,Hotel-Check‘.

NDR Soundcheck, Wetten dass …?, Bundesvision Songcontest, diverse Messen, wissenschaftliche Kongresse und nicht zuletzt die ,Lokhölle‘ der Basketballbundesliga – Göttingen hat sich im Laufe der vergangenen Jahre in der Reihe der Städte mit attraktiven Großveranstaltungen einen guten Namen gemacht. Den Löwenanteil zu dieser Entwicklung trug das Eventmanagement der Lokhalle bei. Der besondere Gebäudecharakter sowie die zentrale Lage mit einer guten Verkehrsanbindung bieten optimale Rahmenbedingungen. Unter der Leitung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen mbH (GWG), die das Gebäude 1995 von der Stadt übernahm und drei Jahre später eröffnete, entwickelte sich die Lokhalle zu einer inzwischen mehrfach international ausgezeichneten Eventlocation mit einer Gesamtwertschöpfung im Jahr 2014 in Höhe von rund 24 Millionen Euro – davon allein 15 Millionen Euro für Stadt und Region.

Alles eitel Sonnenschein also? Leider nein, denn immer wieder entscheiden sich potenzielle Veranstalter gegen die Leinestadt. Grund sind die Schwierigkeiten bei der Unterbringung der Gäste. „Etwa vier bis fünf Veranstaltungen im Jahr finden in anderen Orten statt, weil wir ganz einfach nicht genügend Hotelbetten in der Nähe vorweisen können“, erklärt Nicole Klammer. Die Leiterin des Veranstaltungsmanagements der Lokund der Stadthalle konnte sich zwar auch schon mit der Vermittlung der Gäste ins Umland behelfen, weiß aber, dass „längst nicht alle bereit sind, bis nach Duderstadt, Heiligenstadt oder Kassel zu fahren, um dort nach einer Göttinger Veranstaltung zu übernachten.“ „In den vergangenen ein bis zwei Jahrzehnten verschlief Göttingen die Entwicklung, die andere Veranstaltungsorte gemacht haben“, sagt Olaf Feuerstein, der die Thematik nicht nur aus seiner Perspektive als Geschäftsführer des Hotels Freizeit In betrachtet, sondern auch aus der als Vorsitzender der DEHOGA Südniedersachsen, dem Branchenverband des Gastgewerbes.

„Die Kunden bemerken es, wenn andere Städte größere und modernere Kapazitäten bieten. Wer nicht mitzieht, verliert Kunden.“

Doch Feuerstein, der seit den ersten Lokhallenveranstaltungen eng mit der GWG zusammenarbeitet, sieht eine positive Entwicklung in der Hotellerie. So begrüßt er die Investitionen, die das Park Inn by Radison und Bed-&-Breakfast-Anbieter am Groner Tor getätigt haben und blickt dem Neubau dort positiv entgegen: In dem Gebäudekomplex, in dem das Forum Wissen und die Sparkasse ihren Platz finden werden, errichtet das Northeimer Hotel Freigeist, das zum Gräflichen Landsitz Hardenberg gehört, einen weiteren Standort. Der Betreiber plant hier ein Vier-Sterne-Haus mit 120 Zimmern. „Wir sehen auf jeden Fall einen Bedarf an Hotelbetten in Göttingen. Ob dieser mit den neuen Häusern gedeckt ist, muss nach deren Eröffnung erneut betrachtet und untersucht werden“, sagt Ina ten Doornkaat, Leiterin des Gräflichen Landsitzes Hardenberg.

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