Wissenschaft, Wirtschaft und Weiterbildung

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: redaktion

Drei W's, die nicht weltweit, sondern regional ein Netzwerk knüpfen.

Es ist doch so: Während des Studiums eignen Sie sich Wissen an und kehren dann der Hochschule den Rücken zu. Aber eigentlich ist diese ein Ort der permanenten Forschung und Entwicklung.

Grund genug, darüber nachzudenken, wie sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse für Unternehmen nutzbar machen lassen.

„Es gibt eine Nachfrage seitens der Wirtschaft, dem viele wissenschaftliche Fakultäten gegenüberstehen – deren Expertise wird aber viel zu selten für die Region genutzt“, erklärt Frank Mußmann, Projektleiter bei der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität Göttingen.

Das eigentliche Problem besteht darin, den Bedarf der Unternehmen überhaupt zu erfassen. Die Führungskräfte haben zwar Fragen und Probleme – sich damit jedoch an die Universität zu wenden, dürfte für sie neu sein.

Ach, die Hochschule interessiert sich für uns?“, war die Reaktion von Unternehmen, die im Rahmen einer Machbarkeitsstudie befragt wurden. Die Studie war der erste Schritt im Rahmen eines EU-geförderten Projekts (EFRE), mit dem Ziel, wissenschaftliche Weiterbildungsangebote an der Universität zu entwickeln. Doch schließlich fanden die Unternehmen Interesse daran.

„Wir haben Bedarfe in der wissenschaftlichen Weiterbildung und sind bereit, uns zu engagieren, wenn es eine Win-win-situation gibt“, sagt Wolfram Joos, Leiter Personaldienste von Novelis Göttingen.

Und auch Oliver Schrader von der Geschäftsstelle Logistikinitiative Niedersachsen begrüßte das Projekt. „Neue Bildungsprogramme zur wissenschaftlichen Weiterbildung sind erforderlich, weil die Anforderungen an die Fach- und Führungskräfte gestiegen sind.“

15 Wirtschaftspartner sind seit Projektbeginn dabei, und das Netzwerk wächst dank Mundpropaganda weiter. Gemeinsam mit einem Expertenkreis von Hochschullehrern und Vertretern von regionalen Verbänden wurden Themen eruiert, von denen drei zu konkreten Weiterbildungsangeboten führten.

„Bei jeder Weiterbil ungsmaßnahme lernen auch wir dazu“, erklärt Mußmann. So auch bei den mehr als einem Dutzend Seminarangeboten im Kompetenzbereich „Führen virtueller Teams“ allein 2011, die nicht immer ausgebucht sind. Vielleicht liegt es an den für solche Seminare marktüblichen Preisen. Bestimmt aber liegt es daran, dass diese Initiative noch zu unbekannt ist.

Bis 2012 ist die Förderung dafür gesichert, danach soll sich die wissenschaftliche Weiterbildung selber tragen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Obwohl – in der Region Südniedersachsen hat es keine Firma wirklich weit bis zur Georg-August-Universität. Gehen Sie doch mal wieder zum Campus! Dauerhafter Austausch ist gewünscht – zum Vorteil beider Seiten.

Das Projekt „Wissenschaftliche Weiterbildung“ wird getragen von den drei Initiatoren Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität (Frank Mußmann, Projektleitung), der Abteilung für Sozial- und Kommunikationspsychologie (Margarete Boos) und der Professur für Informationsmanagement (Lutz M. Kolbe).

Kontakt: Frank Mußmann, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften
www.virtuelleteams.uni-goettingen.de