Wissenschaft und Theater

Text von: redaktion

Der Intendant des Deutschen Theaters Göttingen (DT), Mark Zurmühle, hat gemeinsam mit dem Team der Dramaturgie den Spielplan der kommenden Saison 2011/ 12 vorgestellt. Dieser steht ganz im Zeichen der Wissenschaft.

Wohl kaum eine andere deutsche Stadt ist so sehr mit der Wissenschaft verknüpft wie Göttingen, und das DT nimmt das 275. Jubiläum der Georg-August-Universität zum Anlass, den Fokus auf das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst zu richten.

In zahlreichen Projekten mit Kooperationspartnern der Universität, aber auch in den großen Inszenierungen wie Michael Frayns spannendem Psychogramm über die Physiker Heisenberg und Bohr, Kopenhagen, Ray Bradburys verstörender Dystopie Fahrenheit 451 oder Kleists juristischem Lustspiel Der Zerbrochene Krug.

Den Auftakt der Expeditionen in die Welt der Wissenschaft macht bereits im August 2011 das von der Künstlergruppe red park zur Erforschung, Unterwanderung und vor allem Verschönerung des alltäglichen Lebens gegründete Institut für Alltagsforschung, das ab Ende August drei Wochen den Alltag im und um das DT herum untersucht.

Den zweiten Schwerpunkt der kommenden Spielzeit legt das DT auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – ein außergewöhnliches Projekt wird die gesamte Spielzeit begleiten:

No go Lab, eine interdisziplinäre Kooperation des DT mit den Schulen in Stadt und Landkreis Göttingen, gibt 100 Schülern die Möglichkeit, mit Theaterschaffenden und Künstlern entlang des Themas „no go“ (neudeutsch für „das tut man nicht“) zu arbeiten, zu forschen und zu proben. Die Ergebnisse des No go Lab werden im Mai und Juni 2012 in einem einzigartigen Theaterevent präsentiert.

Mit Hart am Wind 3.0 richtet das DT im Mai 2012 das dritte Norddeutsche Kinder- und Jugendtheaterfestival in Göttingen aus, das die ganze Vielfalt und das hohe Niveau der Kinder- und Jugendtheaterszene aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern zeigt.

Dieses bundesweite Festival zieht seine Einzigartigkeit und seinen besonderen Reiz daraus, dass es sowohl Produktionen von Stadt- und Staatstheatern als auch Produktionen professioneller freier Theater präsentiert.

Den Spielzeitschwerpunkt der Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen setzt bereits die Eröffnungspremiere am 24. September 2011: Intendant Mark Zurmühle inszeniert mit Leonard Bernsteins West Side Story einen der weltweit größten Musicalerfolge und ein Bühnenstück, das ausdrücklich für Jugendliche geschrieben wurde.

Am DT werden jugendliche Tänzer und Sänger aus Stadt und Landkreis Göttingen mit Profitänzern und Schauspielern zusammenarbeiten. Mit dem Musikalischen Leiter Albrecht Ziepert und dem Choreographen Ayman Harper konnten für diese Inszenierung zwei Künstler gewonnen werden, die ein besonderes Interesse an interdisziplinären und soziokulturellen Projekten mitbringen. Die außergewöhnliche Produktion kann dank der Unterstützung der Sparkasse Göttingen und des Fördervereins des DT realisiert werden.