Wissenschaft und Familie – Gegensätze lösen sich auf

Text von: redaktion

Das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen wird für familienbewusste Personalpolitik ausgezeichnet. Am 25. Mai 2011 erhielt das DPZ in Berlin dafür das Zertifikat berufundfamilie.

Eine erfolgreiche Karriere in der Wissenschaft geht nur mit hundertprozentigem Einsatz.

Urlaub, Hobbies und überhaupt Privatleben sind frühestens kurz vor der Pensionierung möglich, eine eigene Familie nur dann, wenn der Partner sich kümmert.

Schließlich kennen Experimente keine Kita-Öffnungszeiten, sind Kongressreisen für die Reputation unerlässlich und die Liste der eigenen Publikationen könnte auch länger sein.

Für viele Forschende sind solche Vorstellungen und Sorgen um die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ein Grund, die Familienplanung immer weiter zu verschieben – oder sich einen familienfreundlicheren Arbeitgeber zu suchen.

Das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen hat sich diesen Problemen gestellt und konkrete Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie entwickelt. Am 25. Mai erhielt das DPZ in Berlin dafür das Zertifikat berufundfamilie.

„Gerade für Wissenschaftler ist es schwer, nach einer familienbedingten Pause wieder den Anschluss an die Forschung zu bekommen. Durch gezielte Maßnahmen, wie Telearbeit, Gleitzeit und Kinderbetreuungsangebote wollen wir es unseren Mitarbeitern erleichtern, Beruf und Familie zu verbinden“, sagte Michael Lankeit, administrativer Geschäftsführer des DPZ.

Die Auszeichnung ist nicht nur eine Bestätigung für die familienbewusste Personalpolitik am DPZ, sondern verpflichtet auch zu regelmäßiger Dokumentation der angekündigten Maßnahmen. Erst wenn diese nach drei Jahren positiv evaluiert werden, darf das Institut weiterhin das Logo tragen.

„Mit der Auszeichnung erhoffen wir uns natürlich auch einen Wettbewerbsvorteil im immer härter werdenden Konkurrenzkampf um die besten Köpfe“, so Lankeit.

„Ich wollte schon sehr schnell nach der Geburt meiner Tochter zurück in den Beruf. Da war es für mich wichtig, dass ich einen Teil meiner Arbeit von zuhause erledigen konnte und dass mir die Kollegen viel Verständnis entgegen gebracht haben. So war es selbstverständlich, dass wir wichtige Besprechungen nur in der Kernarbeitszeit abgehalten haben, damit ich daran teilnehmen konnte“, sagte Ulrike Walbaum, technische Assistentin am DPZ.