Wissens- und Technologietransfer

©Christoph Mischke
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Am 30. November veranstalteten die HAWK und der Südniedersachsen Innovationscampus gemeinsam das Forum 'Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung' zur Frage: "Wie gelingt Wissens- und Technologietransfer?“.

Wie gelingt der Transfer von Erkenntnissen und neuen Technologien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft? Welchen Beitrag kann der SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC) dabei leisten? Und was kann Südniedersachsen von besonders innovativen Regionen in Europa lernen? Diese hochaktuellen Fragen standen im Fokus des ‚Forums Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung‘, das die Fakultät Ressourcenmanagement der HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen und der SNIC im Fakultätsgebäude der HAWK auf dem Nordcampus ausgerichtet haben.

Ziel des SNIC sei es, die Technologietransferstellen in der Region intensiver zu vernetzen sowie Angebote stärker sichtbar zu machen und zu ergänzen, berichtete SNIC-Geschäftsstellenleiterin Mascha Albrecht. Einen großen Mehrwert schaffe der SNIC etwa, indem er es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) erleichtere, mit den Hochschulen der Region in Kontakt zu treten: „Mit unseren Technologieberatern haben die Unternehmen einen Ansprechpartner, der ihnen den Zugang in alle vier Partnerhochschulen verschafft.“

Überregionale Best-Practice-Beispiele folgten am Nachmittag. Andrew Absolon berichtete über das Verbundprojekt ‚Technologiescouting innovativ NordWest‘ der Universität Oldenburg, der Jade Hochschule und der Hochschule Emden/Leer. Gemeinsam mit dem FabLab Oldenburg sowie regionalen IHK, Handwerkskammern und Wirtschaftsförderungen möchten die beteiligten Hochschulen in den kommenden drei Jahren Modelle entwickeln, die die Zusammenarbeit von Unternehmen und Hochschulen verbessern.

Patrick Dhaese aus Belgien stellte zudem die acht thematischen Business Development Centers der Universität Gent vor, die eng mit der Industrie kooperieren. Deren finanzielle Förderung durch die flämische Regierung ermöglicht es der Uni, intensiv zu prüfen, ob Produktideen oder Verfahren technisch umsetzbar sind. Erst dann folgt die Prüfung der industriellen Anwendbarkeit mit Partnern aus der Wirtschaft. So sind zwischen 2006 und 2014 aus 17 geförderten Projekten 15 Spin-Offs hervorgegangen.

In der abschließenden Diskussion waren sich die Teilnehmer einig, dass die Angebote der vorgestellten Netzwerke und Kooperationen entscheidend für die Innovationskraft der jeweiligen Region sind. Sorge bereitet jedoch allen der relativ kurze Planungshorizont durch die zeitlich befristete Förderung der Maßnahmen.

Dass der Aufbau eines leistungsstarken Innovationsnetzwerks Zeit braucht, betonte Patrick Dhaese. „Die Projekte und Entwicklungen, die Sie jetzt anstoßen, zeigen zum Teil erst nach Jahren Resultate. Das ist normal. Haben Sie Geduld.“ Und er fand auch ein passendes Schlusswort: „In Südniedersachsen gibt es eine großartige wissenschaftliche Expertise. Das ist die beste Voraussetzung für gelingenden Wissens- und Technologietransfer.“