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Text von: redaktion

Um die Göttinger Händel-Festspiele zu unterstützen und auf ein breiteres Fundament zu stellen, wurde der Händel-Club gegründet.

Es war eng. Skeptische Geister haben schon das Ende der traditionsreichen Göttinger Händel-Festspiele vorhergesehen, die als weltweit ältestes Festival für Barockmusik seit Jahrzehnten für die Wiederbelebung und Pflege des Werkes von Georg Friedrich Händel sorgen. Zwar ist die Finanzierung des Festivals in diesem Jahr fast gesichert, aber es stand viel zu lange auf der Kippe, und auch zukünftig werden sich die Organisatoren von Jahr zu Jahr zittern müssen. Der Mix aus Förderung der (klammen) öffentlichen Kassen und dem Sponsoring der Unternehmen funktioniert so nicht. Das soll sich ändern.

„Es kann nicht sein, dass so eine hochkarätige Veranstaltung der Region verloren geht. Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor. Da muss was getan werden“, dachte sich Oliver Bornemann, Chef von Bornemann/Werbung in Göttingen, als er von den Problemen hörte. Gesagt, getan. Und da Jammern nicht zu seinem Vokabular gehört, tätigte er ein paar Telefongespräche und brachte Menschen zusammen, die ähnlich dachten. Herausgekommen ist der „Händel-Club“ – initiiert von der Händel-Gesellschaft, Bornemann/Werbung und faktor.

Die Idee dahinter: Noch mehr Südniedersachsen bekommen die Möglichkeit, die Festspiele zu unterstützen. Die Finanzierung soll zusätzlich zum Sponsoring der Großen wie Sparkasse Göttingen, Sartorius und Spedition Zufall auf ein breiteres Fundament gestellt werden. „Der Händel-Club richtet sich nicht nur an Opernfreunde, sondern an alle, die sich für die Region und deren Attraktivität einsetzen“, erklärt Benedikt Poensgen, Geschäftsführer der Händel-Gesellschaft.

Händel-Club: Freund oder Liebhaber

Diese Unterstützung kostet zudem nicht viel Geld. Das Paket „Händel-Freund“ gibt es im Jahr schon für 500 Euro, zu dem unter anderem zwei Karten für die Opernpremiere „Giulio Cesare“ und ein Essen mit dem künstlerischen Leiter Nicholas McGegan und Opernsolisten zählen. Wer 1.500 Euro im Jahr zahlen kann, wird „Händel-Liebhaber“, und erhält u. a. neben vier Karten für „Giulio Cesare“ auch vier Karten für die Welt-Erstaufführung von „Giove in Argo“ und eine Einladung zum exklusiven Mittagessen mit der Krimi- Autorin Donna Leon.

Die Händel-Club-Mitglieder erhalten noch weitere Leistungen (siehe Kasten) wie bevorzugte Behandlung bei ihren Kartenwünschen und den exklusiven Händel-Pin in limitierter Auflage. Der Händel-Club bietet zudem für alle Mitglieder eine gute Gelegenheit, Mitarbeiter und Kunden zu den Festspielen und damit zu einer besonderen Veranstaltung einzuladen. Außerdem werden alle Mitglieder in der nächsten faktor-Ausgabe nach den Festspielen mit Namen genannt. „Wir rufen alle Förderer der Region auf, die Händel-Festspiele zu unterstützen und sie somit der Region als weltweit wahrgenommenes kulturelles Highlight zu erhalten“, sagt der künstlerische Leiter Nicholas McGegan (Foto oben).

Die gegenwärtige Situation der Händel-Festspiele 2007 passt gut zum Motto „Macht und Ohnmacht“. Im Mittelpunkt des Programms (18.-29. Mai) stehen Herrschergestalten aus dem Werk Händels. Festspiel-Oper des Jahres ist „Giulio Cesare in Egitto“ mit McGegan und internationalen Gesangsstars. Dazu erklingt in einer Welturaufführung erstmals das Pasticcio „Giove in Argo“ unter Leitung von Alan Curtis. Daneben widmen sich die Händel-Festspiele auch dem kammermusikalischen Werk des barocken Meisters und seiner Zeitgenossen. Im Rahmenprogramm geben Klassik-Open-Airs, Nachtmusiken und viele weitere Aufführungen mit ganz besonderer Atmosphäre, Vorträge, Filmvorführungen und Stadtrundgänge weitere Einblicke in Händels Welt. Wer diese Welt in Göttingen erhalten will, findet nun einen Ort: den Händel-Club.

Text: MARCO BÖHME

Foto: ALCIRO THEODORO DA SILVA