Wer fragt, der führt – wer sich fragt, führt sich selbst!

© Heidrun Hoffmann-Taufall
Text von: redaktion

Coach Heidrun Hoffmann-Taufall wirft Fragen auf, die weiter führen.

Bereits Sokrates entwickelte eine besondere Art, Gespräche zu führen, die den Gesprächspartner durch gezieltes Fragen selbst Antworten ‚gebären‘ und Schlüsse ziehen lässt. Das heute präferierte Effizienzdenken mit seinen ausschließlich schnellen Antworten führt zur Verfestigung unserer Sicht der Dinge und bremst in Wandlungsprozessen Innovationen aus. Öffnende Fragen bieten Möglichkeiten und verhindern Erstarrung, weil Prämissen unseres Denkens überprüft werden. Fragen Sie sich einmal …

Selbstreflexion:

1. Sie haben Ihr Studium und Ihr Leben insgesamt gut gemeistert. Wenn ich Ihren besten Freund frage, welche Projekte Sie auf den Weg gebracht haben, beruflich und privat, was würde er benennen?

2. Was war für Sie die größte Herausforderung, die Sie blendend gemeistert haben?

3. An welcher sind Sie (fast) gescheitert?

4. Angenommen: Man hätte Ihnen diesen Fehler als gut bezahlten Dienstleistungsauftrag übertragen. Welche neuen Erfahrungen sollten Ihnen damit ermöglicht werden?

5. „Mein Haus, mein Auto, mein Pferd…“ – woran messen Sie Erfolg?

6. Wann sind Sie mit sich zufrieden?

7. Welche Begegnungen mit Menschen haben Sie am nachhaltigsten geprägt?

Lebenszufriedenheit:

8. Wissen Sie, was Sie brauchen? Oder meinen Sie, das ist identisch mit dem, was Sie haben wollen?

9. Was tun Sie für Geld (mehr Erfolg) nicht?

10. Glauben Sie, dass zufriedene und glückliche Menschen die besseren Verkäufer, beliebteren Kollegen, angenehmeren Vorgesetzten sind?

11. Wenn ja, was tun Sie für Ihre eigene Lebenszufriedenheit?

12. Was für die Ihrer Mitarbeiter?

13. Wann haben Sie zum letzten Mal etwas zum ersten Mal gemacht?

Entscheidungen treffen:

14. Wenn Sie bei einer Entscheidungsfindung keine von möglichen Varianten überzeugt: Wie lange halten Sie diese Ambivalenz aus, ohne sich für eine der Varianten zu entscheiden?

15. Was bräuchten Sie, um nach einer kreativen Lösung jenseits dieser Varianten zu suchen?

16. Oder: Halten Sie es für eine Schwäche, dass Sie noch mehr Zeit für die Entscheidungsfindung benötigen?

17. Wenn Sie die Möglichkeit hätten, gegen die Mehrheit Ihrer Teamkollegen (Mitarbeiter) eine Entscheidung zu treffen, die Sie für richtig erachten – würden Sie diese unbedingt durchsetzen wollen?*

Führung:

18. Wissen Sie, wie es gelingen kann, den Versuchungen der Macht zu widerstehen?

19. Wenn ja, würden Ihre Mitarbeiter die Frage, ob Sie entsprechend handeln, in Ihrem Sinne beantworten?

20. Was, meinen Sie, nimmt man Ihnen als Chef übel?*

21. Und was nehmen Sie sich selber übel?*

22. Wenn es nicht dasselbe ist: Wofür bitten Sie eher um Entschuldigung?*

23. Möchten Sie Ihr Mitarbeiter sein?

24. Was bezeichnen Sie als führungsstark?

25. Glauben Sie das immer noch, wenn Sie damit den Ärger Ihrer Mitarbeiter auf sich ziehen?

26. Wie könnten Sie äußerst erfolgreich verhindern, dass die Motivation Ihrer Mitarbeiter, sich für Ihr Unternehmen einzusetzen, steigt?

Die mit * versehenen Fragen sind in Anlehnung an Fragen aus dem Buch ‚Fragebogen‘ von Max Frisch entstanden.