Welche Wirkung hat Psychotherapie im Gehirn?

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Text von: redaktion

Am Mittwoch, 10. Oktober 2012, hält der Hirnforscher Gerhard Roth aus Bremen um 17:30 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Hörsaal des Zentrums Psychosoziale Medizin, Von-Siebold-Str. 5, Göttingen.

Emotionen entstehen im Gehirn – genauer gesagt: im so genannten limbischen System, welches das gesamte Gehirn durchzieht.

Ist es aktiv, entstehen Emotionen und Affekte wie Wahrnehmungen oder Erinnerungen. Bei psychischen Erkrankungen verändern sich die Verarbeitungseigenschaften der Nervenzellen im limbischen System. Das bedeutet: Es gibt Kommunikationsstörungen zwischen den Gehirnzentren.

Die neurobiologischen Veränderungen im Gehirn von Menschen mit affektiven Störungen, die einer erfolgreichen Psychotherapie zugrunde liegen, sind trotz vieler Spekulationen bisher unklar.

Untersuchungen an depressiven Patienten, die eine zweijährige psychoanalytische Therapie erhielten, zeigen, dass emotionale Einflüsse dabei eine große Rolle spielen.Rein kognitive Einflüsse haben dagegen kein großes Gewicht.

Was genau passiert bei einer Psychotherapie im Gehirn und welche Wirkung hat sie?

Das ist das Thema des öffentlichen Vortrags des bekannten Hirnforschers Gerhard Roth.

Der Neurobiologe ist emeritierter Professor für Verhaltensphysiologie und Entwicklungsneurobiologie am Institut für Hirnforschung der Universität Bremen und war acht Jahre lang Präsident der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren zeigen, dass die limbischen Zentren bei psychisch Kranken im Vergleich zu psychisch Gesunden in ihrem Aktivitätszustand deutlich erhöht oder vermindert sind.

Ziel der Psychotherapie sollte es somit sein, die Psyche des Patienten dadurch zu verändern, dass die Fehlfunktionen der limbischen Netzwerke behoben werden. Dies ist aus neurobiologischer Sicht mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.