We serve – wir dienen

Grafik: ©Iris Steiner
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Text von: Kristin Stelling

100 Jahre Lions-Clubs und ihre hehren Ziele

Das Jahr 2017 ist etwas ganz Besonderes: Die Lions werden 100 Jahre alt. Und zu diesem Anlass haben sich die Service- Clubs ein konkretes Ziel gesetzt: Bis Juni 2018 will Lions Clubs International 100 Millionen Menschen helfen. Ein hehres Ziel – doch ist es so alt wie die Institution selbst. Seit Anbeginn lautet ihr Motto: ,We serve.‘

„Mir gefällt die Idee des Leitspruchs von Lions Clubs International“, sagt Eva Küpers, Governor des Distrikts 111 NH (Niedersachsen/Hannover) und damit zuständig für die Region Südniedersachsen. „Wir ,dienen‘ – das bedeutet für mich nicht nur im lionistischen Zusammenhang eine unverzichtbare Tugend im Zusammenleben mit Menschen. Wir ,dienen‘ auch dem zwischenmenschlichen Ausgleich unserer Gesellschaft.“ Im Fokus des Mottos stehe daher vor allem auch das ,Helfen‘. Miteinander, untereinander, im Umkreis, im Distrikt, in Deutschland, weltweit, Kindern und Jugendlichen, Flüchtlingen, Senioren, Kranken, der Umwelt – „wir helfen zu erhalten, zu heilen, zu erneuern, zu entwickeln“, so Küpers weiter. „Lions ist ein ,hands-on‘-Service-Club, in dem man sich für die Sache, die Ziele und Grundsätze von Lions mit Sachlichkeit und Respekt einbringen kann.“

Hauptsächlich engagieren sich die Clubs durch meist nichtöffentliche Vortragsveranstaltungen und Gesprächsrunden. In der Öffentlichkeit hingegen fallen die Lions meistens durch Spendenaktionen auf. Dabei stehen die Clubs allen offen. Sie sind offen für Menschen der verschiedensten Weltanschauungen und sind in Bezug auf Religion und politische Meinung neutral.

International sehen die Lions ihre Aufgabe vor allem darin, dort helfend einzugreifen, wo das soziale System eines Staates nicht ausreichend Hilfe bieten kann. Übergeordnetes Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Doch in einzelnen Distrikten können die konkreten Ziele durchaus variieren. Schwerpunkte der Arbeit der Lions Clubs in Deutschland sind die Kinder- und Jugendprogramme und der Kampf gegen Blindheit. Darüber hinaus betreuen sie Altenheime, unterstützen lokale Umweltprojekte, engagieren sich für Aus- und Umsiedler, organisieren große Hilfslieferungen in Katastrophengebiete und tragen außerdem dazu bei, dass deutsche Kulturdenkmäler erhalten werden. Für das große gemeinsame Ziel zum 100-jährigen Bestehen wollen sich die deutschen Clubs vier Projektbereichen widmen: Jugend, Umwelt, Hunger und Augenlicht. Und dazu sind in Deutschland aktuell mehr als 52.000 Mitglieder aktiv im Einsatz.

1917 als reiner Herrenclub in den USA gegründet, ist Lions heute weltweit mit über 1,4 Millionen Mitgliedern in 210 Ländern und Gebieten die mitgliederstärkste Service-Club-Organisation überhaupt. Der erste LionsClub in Deutschland wurde am 5. Dezember 1951 in Düsseldorf gegründet. Inzwischen gibt es hierzulande rund 1.550 Clubs, wobei die Jugendorganisation ,LEOs‘ mit momentan etwa 205 Clubs mit über 3.300 Leos noch nicht mit eingerechnet ist. Frauen sind erst seit knapp 30 Jahren zugelassen. Bei der Debatte um die Öffnung der Clubs für Damen spielte auch ein Gerichtsverfahren gegen Rotary International eine Rolle, in der die Praxis, keine Frauen zuzulassen, aufgrund von Antidiskriminierungsgesetzen untersagt wurde. Der Bremer Lions Club ,Buten un binnen‘ nahm im Jahre 1989 als erster deutscher Club auch weibliche Mitglieder auf: Heute sind weltweit 22 Prozent der Lions Frauen. Auch in der Region Südniedersachsen, in der insgesamt zehn Lions Clubs existieren, gibt es in diesem Zusammenhang eine Besonderheit: Der Lions Club Bettina von Arnim ist ein reiner Damenclub – einer von nur 101 deutschlandweit.

Doch warum tritt man überhaupt einem Service- Club bei? Ausschließlich, um zu ,dienen‘?

„Da gibt es viele Beweggründe“, erklärt Thomas Mennecke, Präsident des Lions Club Südharz. „Viele finden es spannend, sich mit Lions-Freunden zusammen neuen Aufgaben zu stellen, aber natürlich motiviert in erster Linie, in der Gemeinschaft seine Hilfe anbieten zu können.“

Die vier Lions Clubs samt Leos in Göttingen haben zu diesem Zweck sogar eine eigene Website erstellt und arbeiten bei vielen Projekten zusammen, wie zum Beispiel bei ,business4school‘. Das Bildungsprojekt, das im Jahr 2014 initiiert wurde, ergänzt den Fachunterricht an Schulen und schafft zusätzliche Wissensangebote im Bereich Wirtschaft.