‚Wald-TÜV‘ durchleuchtet das Forstamt Seesen

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Text von: redaktion

Das Niedersächsische Forstamt Seesen darf sich auch weiterhin 'zertifizierter Forstbetrieb' nennen. Das ist das Ergebnis der jüngsten Überprüfung im Auftrag der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS). Die DQS hatte das Harzer Forstamt ausgewählt und Eva Schlossmacher mit der Durchleuchtung beauftragt. Die Forstwissenschaftlerin bescheinigte nach Abschluss der Arbeiten, dass die Seesener Forstleute die PEFC-Leitlinien einhalten.

PEFC ist ein transparentes und unabhängiges System zur Sicherstellung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Das System gilt als eine Art weltweiter ‚Wald-TÜV‘. Die Abkürzung PEFC steht für die englische Bezeichnung „Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes“, also ein „Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen“.

Zuletzt wurde Seesen vor 5 Jahren auditiert. „Dieser Tag stellt für uns immer eine Herausforderung dar, weil man sich im Grunde nicht vorbereiten kann“, sagt Forstamtsleiter Henning Geske. „Man weiß vorher nie, was im Rahmen der stichprobeartigen Überprüfung in den Fokus genommen wird“. Klar sei, dass nicht mehr Holz geschlagen werden dürfe als nachwächst. Ebenso gelte das eiserne Gebot zur Wiederaufforstung geernteter Bestände.

Überprüft werde auch die Artenvielfalt im Lebensraum Wald mit seinen vielfältigen Schutzfunktionen, und ob Waldarbeiter die Standards zur Arbeitssicherheit einhielten, so Geske weiter. Das konkrete „Vor-Ort-Audit“ ist im Großen und Ganzen in zwei Teilbereiche gegliedert: Zunächst findet bereits vorab die Sichtung von Unterlagen, Nachweisen und Dokumentationen statt, auf die dann im Rahmen eines Interviews intensiver eingegangen wird. Danach werden zusätzlich im Wald die Standards überprüft. Dabei werden sowohl Forstkulturen, Hiebsflächen und Waldpflegemaßnahmen als auch die dort tätigen Forstwirte und Dienstleister angesteuert.

Besonders erfreut zeigt sich Forstamtsleiter Geske, dass sich die Holzvorräte trotz mehrerer Stürme wie Kyrill 2007 und Borkenbefall 2004 und 2005 weiter erhöht haben. Auch der Pflegezustand, die Naturnähe und die Artenvielfalt wurden sehr positiv gewertet. Das Audit ließe eindrucksvoll erkennen, wie die Standards innerhalb des Betriebes verankert seien, kommentiert Forstexpertin Schlossmacher.

Alle Beschäftigten und eingesetzten Dienstleister des Forstamtes würden die Leitlinien bei ihrer täglichen Arbeit im Wald oder im Büro beachten und umsetzen. Zwar wurde verschiedentlich ein erhöhter Verbissdruck an den jungen Forstpflanzen festgestellt. Doch die Auditorin und das Forstamt sind sich darin einig, dass die Schalenwildbestände zum Beispiel durch überregionale Zusammenarbeit stärker verringert werden könnten. „Ich will nicht verhehlen, dass ich stolz auf dieses tolle Ergebnis bin“, so Geske abschließend „aber natürlich bin ich mir bewusst, dass dies nur im Rahmen einer Teamleistung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möglich ist, denen ich dafür herzlich danke“.