Wahlfreiheit für Frauen bei der Früherkennung gefordert

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Text von: redaktion

Auf Initiative u.a. von Uwe Fischer, Arzt im Diagnostischen Brustzentrum Göttingen, hat sich in Berlin die Arbeitsgemeinschaft individuelle Mammadiagnostik e. V. (AIM) gegründet. Ein Ziel ist, Frauen eine Brustkrebsfrüherkennung unter Einbeziehung aller bildgebenden Verfahren zu ermöglichen.

In der Arbeitsgemeinschaft, die auf Initiative führender, international renommierter Brustkrebsdiagnostiker wie Uwe Fischer, Göttingen, und Christiane Kuhl, Bonn, ins Leben gerufen wurde, engagieren sich Ärztinnen und Ärzte, die sich auf die Früherkennung und Behandlung von Brustkrebs spezialisiert haben.

AIM versteht sich als wissenschaftliches Diskussions- und Meinungsforum, das Medizinern aller Fachrichtungen, aber auch interessierten Frauen, Brustkrebspatientinnen sowie der Fachöffentlichkeit (z. B. Medizinjournalisten, Heilhilfsberuflern) offen steht.

„Wir sind überzeugt, dass die Weiterentwicklung von Diagnostik- und Therapiekonzepten bei Brustkrebs nur im Zusammenwirken aller beteiligten Fachdisziplinen und unter Mitwirkung von gesunden wie bereits erkrankten Frauen erfolgen kann“, erläutert Fischer.

„Die Frage nach den Kosten einer Untersuchung oder Behandlung darf das ärztliche Handeln nicht primär bestimmen“, so Kuhl.

Hier will die Arbeitsgemeinschaft durch gezielte und umfassende Öffentlichkeitsarbeit ein Gegengewicht schaffen.

„Die Krankenkassen finanzieren heute nur das, was medizinisch notwendig und nachweislich kosteneffektiv ist. Das entspricht aber nicht notwendigerweise der medizinisch bestmöglichen Vorgehensweise“, fasst Fischer zusammen.

Ziel sei, eine individuelle und risikoorientierte Früherkennung unter Anwendung aller bildgebenden Verfahren wie Mammografie, Sonografie (Ultraschall), MR-Mammografie (Kernspintomografie) sowie biooptischen Abklärungsverfahren (Gewebeprobenentnahmen) sicherzustellen und weiterzuentwickeln.

„Wir müssen Frauen darüber informieren, was eine Brustkrebsfrüherkennung, die diesen Namen wirklich verdient, leisten kann.

Wenn behauptet wird, die Mammografie, bei der methodenbedingt 30 bis 40 Prozent der Brustkrebserkrankungen nicht erkannt werden, sei der diagnostische Goldstandard, ist das eine bewusste und unverantwortliche Irreführung der Öffentlichkeit“, so Kuhl.