Vortrag Gesundheitsversorgung

Text von: redaktion

Muss sich die öffentliche Gesundheitsversorgung verändern, damit das System die finanziellen Auswirkungen unserer immer älter werdenden Gesellschaft verkraften kann?

Mit dieser Frage befasst sich der weltweit bedeutende US-amerikanische Medizinethiker Norman Daniels in einem öffentlichen Vortrag zum Thema ‚A Lifespan Approach to Intergenerational Equity‘.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten und findet statt am Mittwoch, dem 10. Juli 2013, um 18.15 Uhr in der Paulinerkirche.

Veranstalter Silke Schicktanz und Mark Schweda, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen, in Kooperation mit Frank Adloff, Institut für Soziologie der Universität Erlangen-Nürnberg.

Das Grußwort spricht Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin der Georg-August-Universität Göttingen. Medienvertreter sind zu dem öffentlichen Vortrag herzlich eingeladen.

Ausgangspunkt für die Überlegungen von Daniels ist eine mögliche dramatische Mittelknappheit im öffentlichen Gesundheitswesen als Folge des demographischen Wandels.

Auf der Suche nach Lösungen werden in der medizinethischen und gesundheitspolitischen Debatte unter anderem radikale Einschnitte insbesondere in der Versorgung von älteren Menschen diskutiert.

Eine solche altersabhängige Begrenzung öffentlicher Gesundheitsversorgung gilt einigen Befürwortern nicht nur als ökonomisch sinnvoll, sondern auch als ein Gebot der Gerechtigkeit zwischen den Generationen.

In seinem Vortrag diskutiert der Medizinethiker Norman Daniels das ethische und gesundheitspolitische Für und Wider einer solchen Altersrationierung und erläutert seinen eigenen Vorschlag zu Mittelverteilung und Generationengerechtigkeit.

Daniels zählt zu den weltweit bedeutendsten Medizinethikern der Gegenwart und hat wichtige Beiträge zur Debatte um eine gerechte Gesundheitsversorgung veröffentlicht, insbesondere Just Health Care (1985) und Just Health (2008).

Mit seinem Argument der klugen Lebensplanung (‚prudential lifespan account‘) hat er einen der bis heute einflussreichsten Ansätze in der Auseinandersetzung um die Altersrationierung im Bereich der öffentli-chen Gesundheitsversorgung entwickelt.

Die Veranstaltung wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.