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Text von: redaktion

Mit der Virtualisierung der Server lassen sich die Kosten der IT senken – und deren Leistungsfähigkeit steigern. Frank Wilkes von Sycor zeigt wie.

Mit steigender Komplexität im Unternehmen wachsen auch die Anforderungen an die IT – und parallel die Serverlandschaften. Denn zu E-Mail- und Webservern gesellen sich weitere für Office-Anwendungen, Datenbanken, Archive und das ERP-System. Um hohe Verfügbarkeiten zu gewährleisten, kommen zusätzliche Server für das Backup und eventuelle Clustersysteme hinzu.

Der beginnende Serverwildwuchs führt oft zu Problemen: Räumliche Kapazitäten in den Rechenzentren stoßen an ihre Grenzen und der Energieverbrauch wächst enorm. Denn Server sind die größten Stromfresser. In Rechenzentren verbrauchen sie bis zu 60 Prozent der Energie, der Rest wird für die Kühlung benötigt.

Nicht selten wenden Unternehmen deshalb, zusammen mit den personellen Ressourcen für die Administration, den größten Teil ihres IT-Budgets nur für den Betrieb ihrer IT auf.

Besonders an einer Stelle lassen sich die Betriebskosten senken: Im Alltag laufen Server meist nur mit einer Auslastung von 20 bis maximal 30 Prozent, da die Kapazitäten anhand ihrer Betriebsspitzen geplant werden, die sie selten erreichen.

An dieser Stelle setzt das Konzept der Servervirtualisierung an: Mit Hilfe einer Software – Sycor setzt dabei auf VMWare – können mehrere „virtuelle Server“ gleichzeitig auf einem physischen Server installiert und als „Gastbetriebssysteme“ betrieben werden – die Zahl der physischen Server sinkt.

Die verfügbaren Ressourcen werden gemeinsam genutzt und können nach Bedarf bereitgestellt werden – die Auslastung steigt. Zusätzlich entlasten der abnehmende Strombedarf für Betrieb und Kühlung der Server und der geringere Platzbedarf für die Infrastruktur das IT-Budget.

Die virtualisierte Umgebung bringt Vorteile: In der kleiner gewordenen Hardwarelandschaft sinkt der Aufwand für die Hardware- und Betriebssysteminstallation. Außerdem können neue Server schnell eingerichtet (Deployment) und in Betrieb genommen werden. Das bedeutet nicht nur zusätzliches Kostensenkungspotenzial, sondern auch eine erhöhte Flexibilität.

Managementsysteme für die virtuelle Serverlandschaft sorgen für zuverlässigen Betrieb. Berücksichtigt man im Virtualisierungskonzept entsprechende Ausfallszenarien, führt die gesunkene Anzahl an Servern auch zu geringeren Hardwareausfällen.

Um von den Vorteilen der Virtualisierung zu profitieren, ist sorgfältige Planung notwendig. Die virtuelle Infrastruktur sollte so konzipiert sein, dass sie aktuelle und mittelfristige Anforderungen erfüllen kann. Neben der Kapazität müssen auch die Verfügbarkeit, die Skalierbarkeit, die Flexibilität und Disaster-Recovery-Anforderungen berücksichtigt werden.

Da es in virtualisierten Umgebungen sehr leicht ist, neue Server einzurichten, zu kopieren oder zu löschen, kommt dem Thema Software-Lizenzierung besondere Bedeutung zu.

Ebenso muss die interne Leistungsverrechnung erweitert werden: Da Ressourcen gemeinsam und dynamisch genutzt werden, muss die statische Leistungsverrechnung einer verursachergerechten weichen.

Konzerne und Behörden haben bereits umfangreiche Virtualisierungsprojekte realisiert. Auch für kleinere und mittlere Unternehmen lohnt sich eine Beschäftigung mit dem Thema: Anfangsinvestitionen in neue Hardware und Betriebssystemlizenzen sind oft nach der Installation des dritten Servers ausgeglichen.

Und Virtualisierung bietet nicht nur Kostensenkungspotenzial: Sie ermöglicht die Steigerung der Leistungsfähigkeit, der Flexibilität, der Verlässlichkeit und auch der Verfügbarkeit der IT.

Frank Wilkes ist Leiter des Operational Centers und Mitglied der Geschäftsleitung bei SYCOR in Göttingen.