Vorsorge für den gesundheitlichen Krisenfall

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Text von: Marisa Müller

Handlungsfähig bleiben, auch wenn der Ernstfall eintritt – ein plötzlicher Unfall, eine Tumorerkrankung oder ein Herzinfarkt, es kann alles ganz schnell gehen. Umso besser, wenn das Thema Vorsorge schon vorher stattgefunden hat.

Für jeden Menschen beinhaltet das Thema Vorsorge andere Bereiche. Für den einen bedeutet eine Lebensversicherung optimalen Schutz, andere brauchen für ihr Sicherheitsgefühl auch eine Patientenverfügung, eine Betreuungsvollmacht und ein Testament.

Bei der Podiumsdiskussion des Industrievereins Alfeld-Region e.V. am 8. Januar wurde an die rund 30 Teilnehmer appelliert, sich mit ihrer Zukunft auseinanderzusetzen. Sei der Fall der Handlungsunfähigkeit erst eingetreten, bedeute eine Patientenverfügung eine enorme Erleichterung für die Angehörigen. Sich nach den Wünschen des Kranken richten zu können, lasse die Angehörigen nicht so hilflos zurück, so Christiane Wigand-Richter, Fachärztin für Innere Medizin, Diabetologie und Palliativ- und Rettungsmedizin an der Ameos Klinik Alfeld. Das Thema Patientenverfügung sei äußerst kleinteilig, man könne dort auf jede mögliche Erkrankung und Behandlungsmethode eingehen und verfügen ob und was mit einem passieren möge, sollte sich jemals eine solche Situation ergeben.

Nanette Scharffetter, Rechtsanwältin und Notarin beleuchtete die rechtliche Seite: notariell beglaubigte oder beurkundete Dokumente hätten im Zweifelsfall immer mehr Gewicht. Sollte sich ein Mensch nicht sicher sein, dass eine Patientenverfügung ausreiche, könne eine Betreuungs- oder Vorsorgevollmacht das Spektrum der Möglichkeiten erweitern.

Die Vertreter der Banken, Mark Cieslik von der Sparkasse Hildesheim und Hartwig Schlange von der Volksbank eG, mahnten: private Vorsorge sei nur eine Seite, die zu beachten sei. Es sollte klar sein, was mit dem eigenen Unternehmen zu geschehen habe. Auch hier sollten Vollmachten ausgestellt und Vertrauenspersonen für spezielle Aufgaben bestimmt werden. Liege der Chef erstmal im Koma, und gäbe es keine Regelungen, sei ein Unternehmen schnell handlungsunfähig. Dies gehe nicht selten mit einer raschen Insolvenz einher, so Cieslik.

Wer eine Beratung wünscht, kann sich mit seinen Sorgen und Nöten einem Anwalt anvertrauen. Hausärzte beraten in medizinischen Fragen und die Finanzberater kümmern sich um die finanzielle Absicherung.

Wichtig: Vorsorge hat nichts mit dem Alter zu tun. Unfälle können jeden treffen.