Von den Besten lernen

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Text von: redaktion

Wie das Hörakustik-Unternehmen Kind, die Luxusmarke Bugatti und die Einbecker Brauerei ihr 'Marketing in Zeiten des digitalen Aufbruchs' gestalten, haben rund 150 Teilnehmer beim siebten Göttinger Marketingtag aus erster Hand erfahren. Bei der Veranstaltung der PFH Private Hochschule Göttingen am 8. November gaben Marketingexperten und Führungskräfte bekannter Unternehmen Einblicke in Strategien und Praxisbeispiele. Viele Unternehmensvertreter, Alumni und Studierende nutzten den Marketingtag, um aus ihren Erfahrungen zu lernen.

Neben Kind, Einbecker und Bugatti waren das E-Commerce-Unternehmen About You, MAN Truck & Bus, die Berliner Verkehrsbetriebe und die Social Media Research-Agentur m-result vertreten. Eingeladen hatte Hans-Christian Riekhof, Professor für Internationales Marketing an der PFH. „Das Thema Digitalisierung ist inzwischen bei allen Unternehmen angekommen. Gleichzeitig fehlen aufgrund der hohen Komplexität oft der Mut und die Idee zur Umsetzung. Die heutigen Beispiele zeigen uns, wie es geht“, begrüßte er die anwesenden Gäste.

Wie eine regional agierende Brauerei die Chancen der Digitalisierung nutzen kann, machte Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauhaus AG, deutlich. „Den rückläufigen Umsätzen der gesamten Brauereibranche möchten wir mit Innovationen begegnen. Dabei sind wir auf die Rückmeldung der Konsumenten angewiesen“, so Deutsch. Für eine Getränkeinnovation, die im März 2020 in den Markt gebracht wird, wurden die Teilnehmer um Feedback gebeten. In den Pausen hatten die Gäste daher Gelegenheit, das Getränk erstmalig zu probieren und anschließend via Smartphone eine Bewertung abzugeben. „Für uns als mittelständische Brauerei wird es immer eine Herausforderung sein, sowohl die junge lifestyle-orientierte Zielgruppe als auch den klassischen Einbecker-Kunden anzusprechen. Die sozialen Medien werden dabei unser Basismedium sein“, fasst Deutsch zusammen.

Die Zielgruppe der Marke Bugatti ist im Gegensatz dazu überschaubar. „Wir kennen 100 Prozent unserer Kunden und stehen im ständigen Dialog mit ihnen, verrät Frank Götzke von Bugatti Engineering. Überrascht wurden der Leiter Neue Technologien und sein Team vom Erfolg eines von ihm in Auftrag gegebenen Videos. „Eigentlich wollten wir nur die Funktion des im 3D-Druck entwickelten Bugatti-Bremssattels demonstrieren. Dabei haben wir mit der Zurschaustellung einer 1.100 Grad Celsius heißen Carbon-Keramik-Bremsscheibe und eines auf rund 600 Grad Celsius erhitzten Titan-Bremssattel mit Feuer und Funkenflug offenbar an die Ur-Emotionen der Zuseher appelliert“, so Götzke rückblickend. Dass dies nicht nur die Bugatti-Kunden ansprach, sondern offensichtlich den Nerv vieler Technik-Fans traf, zeigen die Aufrufe bei Youtube: Insgesamt 12,7 Millionen Besucher clickten den 4-minütigen Film bislang an, um sich selbst von der technologischen Innovation zu überzeugen. „Es ist schon faszinierend, wie man durch den Einsatz digitaler Medien, selbst in der heutigen technikabgewandten Zeit, immer noch Menschen in aller Welt für die technologische Urgewalt zu begeistern vermag“, freut sich Götzke.

Als Marktführer in der Hörakustik ist das Unternehmen Kind aus Großburgwedel schon längst mit der Digitalisierung beschäftigt, wie Geschäftsführer Alexander Kind in seinem Vortrag aufzeigte: „Wir kommen aus dem ‚Gesundheitshandwerk‘ und haben uns zu Hightech-Spezialisten entwickelt. So können zum Beispiel unsere Hörgeräte mit einer Smartphone-App bedient werden“. Das niedersächsische Familienunternehmen betreibt rund 750 Fachgeschäfte im In- und Ausland, davon bereits 100 Standorte mit den Leistungen der Augenoptik. Zusätzlich baut man Webshops und weitere Bausteine der Digitalisierung, wie zum Beispiel den Online-Hörtest, aus. „Wir möchten auch Erlebnisse im Online-Bereich für unsere Kunden schaffen – ein wichtiger Baustein für unsere Marken-DNA, die auf Fairness, Fachkompetenz und Transparenz basiert“, begründet Kind die Aktivitäten.

„Mit dem breiten Spektrum an Referenten und Unternehmen haben wir einen Einblick in die Welt der Digitalisierung des Marketings erhalten – einige stehen noch ganz am Anfang, andere sind der analogen Welt schon entrückt. Dennoch ist jeder auf seine Art erfolgreich“, fasst Riekhof zum Ende der Veranstaltung zusammen.