Vom Arbeiterverein zum Fußball-Unternehmen

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Text von: redaktion

Wie es der Zufall, oder in diesem Fall das Los will, ist dem FC Bayern in der Champions League als nächster Gegner Manchester United zugelost worden. Und im Göttinger Verlag 'Die Werkstatt' erscheint just diesen Freitag die erste große Geschichte des britischen Traditionsvereins auf Deutsch: 'United. Vom Arbeiterverein zum Fußball-Unternehmen'.

Was verbindet die legendären Fußball-Heroen Bobby Charlton, George Best, David Beckham und Christiano Ronaldo? Sie alle spielten für Manchester United, dem neben FC Barcelona und Real Madrid wohl populärsten Verein der Welt. Über ihn und seine wechselvolle Historie ist jetzt im Verlag Die Werkstatt ein Buch erschienen: ‚United. Vom Arbeiterverein zum Fußball-Unternehmen‘.

Wie vor einiger Zeit bei seinem Buch über ‚Barça‘ gelingt dem Autor Dietrich Schulze-Marmeling auch über den englischen Rekordmeister eine gekonnte Mischung aus Chronik, Analyse und Anekdote. Seine Darstellung beginnt nicht im Jahr 1878 – als der Vorgängerverein Newton Heath gegründet wurde –, sondern bereits drei Jahrzehnte zuvor. Damals legte der junge Friedrich Engels eine brillante Studie zur sozialen Situation in der Industrie- metropole Manchester vor – und skizzierte darin anschaulich, in welchem Umfeld seinerzeit auch jene Eisenbahnarbeiter lebten, die den berühmten Verein ins Leben riefen. Für den Erfolg sorgten später vor allem zwei schottische Trainer: Matt Busby und Alex Ferguson. Busby überlebte jenes fürchterliche Flugzeugunglück 1958 in München, bei dem acht seiner Spieler starben. Er schwor, zu ihrem Andenken den Europapokal zu gewinnen – und hielt zehn Jahre später Wort.

Es waren diese Katastrophe und das Comeback, das den Verein schon früh zum Mythos werden ließen. Überraschend positiv bewertet Schulze-Marmeling die Personalpolitik des Vereins: Zwar wird dort immer wieder Geld für große Transfers in die Hand genommen. Aber den Erfolg garantierten letztlich eine gute Nachwuchsarbeit und Kontinuität auf der Trainerbank. Das Buch ist eine ebenso spannende wie aufschlussreiche Lektüre über einen Klub, an dem sich viele reiben, ohne den die Fußballgeschichte aber sehr viel ärmer wäre.