Volker Ellenrieder leitet die neue Klinik für Gastroenterologie II an der Universitätsmedizin Göttingen.

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Text von: redaktion

Volker Ellenrieder ist seit April 2014 Direktor der Klinik für Gastroenterologie II an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Mit der neuen Klinik und der Einrichtung einer neuen Professur für Gastroenterologie erweitert die UMG ihr Versorgungsangebot für Patienten und die Forschungsaktivitäten in der Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des Magen-Darmtrakts. Ellenrieder kommt vom Universitätsklinikum Gießen/Marburg nach Göttingen.

Er ist Internist, Gastroenterologe und Infektiologe. Seine klinischen Schwerpunkte liegen im Bereich der interventionellen Endoskopie und gastrointestinalen Onkologie. Volker Ellenrieder leitet zudem die Klinik für Gastroenterologie und Endokrinologie der UMG bis auf Weiteres kommissarisch.

NEUE SCHWERPUNKTE IN FORSCHUNG UND KRANKENVERSORGUNG

Der Aufbau eines Kompetenzzentrums zur Behandlung und Erforschung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreaszentrum) an der UMG ist eines der nächsten Ziele, die sich Ellenrieder gesetzt hat. Dabei wird er eng mit der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie (Direktor: Michael Ghadimi) der UMG zusammenarbeiten. Das Pankreaskarzinom ist die vierthäufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Aktuelle epidemiologische Studien lassen vermuten, dass der prozentuale Anteil in den nächsten zehn Jahren weiter deutlich ansteigen wird. Trotz intensiver Bemühungen hat sich die Prognose in den letzten Jahren nur unzureichend verbessert. „Wir müssen noch sehr viel über die Mechanismen des aggressiven Tumorwachstums und der ausge- sprochenen Therapieresistenz lernen, um bessere Behandlungsoptionen entwickeln zu können“, sagt Ellenrieder. Die Einrichtung von Spezialambulanzen zur Behandlung von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder komplizierten Verläufen der gastroösophagealen Refluxerkrankung ist ab Herbst 2014 geplant. In der Diagnostik setzt der neue Direktor auf innovative Methoden der interventionellen Endoskopie, so z.B. zur Erkennung und Therapie frühester Stadien bei Tumorerkrankungen des Magen-Darm Traktes oder der Behandlung von Gallenwegserkrankungen.

In der klinischen Forschung werden sich Ellenrieder und sein Team vor allem mit Fragen zur Bedeutung entzündlicher Erkrankungen in der Krebsentstehung, der Diagnostik und Behandlung gastrointestinaler Tumoren und der Anwendung neuer interventioneller Endoskopietechniken beschäftigen. In der experimentellen Forschung liegt der Schwerpunkt auf einer kliniknahen Tumorforschung an der Schnittfläche zwischen Grundlagenforschung und klinischer Translation.

ZUR PERSON

Volker Ellenrieder wurde am 6. Juli 1966 in Pforzheim geboren. Er hat in Ulm Humanmedizin studiert und dort an der Universitätsklinik die ersten Schritte seiner wissenschaftlichen und klinischen Ausbildung absolviert. Schon früh beschäftigte er sich intensiv mit Fragen der Entstehung und Behandlung von Krebserkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Bauchspeicheldrüse. Als Stipendiat der Deutschen Krebshilfe forschte er von 1999 bis 2001 an der renommierten GI-Research Unit an der Mayo Clinic in Rochester (USA) über molekulare Mechanismen der Krebsentstehung. Danach baute er in Ulm eine erste eigene Arbeitsgruppe ‚Transkriptionelle Mechanismen der Tumorprogression‘ auf. Ein weiteres (Max-Eder-)Stipendium ermöglichte ihm 2003, eine Nachwuchsgruppe der Deutschen Krebshilfe aufzubauen. 2005 wurde Ellenrieder habilitiert mit einer Arbeit über das Zusammenspiel krebserzeugender Signalwege in der Entstehung des Pankreaskarzinoms, er erhielt die Lehrbefähigung für das Fach Innere Medizin.

Bis zu seinem Wechsel an die UMG war Ellenrieder seit 2006 am Standort Marburg des Universitätsklinikums Gießen und Marburg unter anderem als leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Endokrinologie und Infektionskrankheiten tätig. Neben klinischen Aufgaben war er dabei auch für Personalangelegenheiten und das Management der Klinik zuständig. 2012 wurde er auf die erste personengebundene W3-Stiftungsprofessur ‚Entzündung und Karzinogenese‘ der Deutschen Krebshilfe berufen. In dieser Funktion hat sich Ellenrieder in Marburg in den letzten zwei Jahren intensiv mit den Möglichkeiten zur Erkennung und Behandlung von Vorstufen bösartiger Gewebsveränderungen im Magen-Darm-Trakt befasst.