Virtuelles Lehr- und Lernsystem “virtX“ aus Göttingen auf der CeBIT

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Text von: redaktion

Gemeinschaftsprojekt von Unfallchirurgen der Universitätsmedizin Göttingen zusammen mit Braunschweiger Medizin-Informatikern auf der CeBIT 2007 im future parc.

Göttinger Unfallchirurgen und Medizininformatiker aus Braunschweig haben gemeinsam ein Lehr- und Lernsystem entwickelt, mit dem sich der Einsatz mobiler Bildverstärkersysteme in einer virtuellen Welt und ohne Strahlenbelastung trainieren lässt. Vorgestellt wird das virtuelle Lehr- und Lernsystem virtX vom 15. bis 21. März 2007 auf der CeBIT 2007 in Hannover auf dem Gemeinschaftsstand Niedersächsischer Hochschulen.

Entwickelt wurde „virtX“ von Ärzten der Abteilung Unfallchirurgie, Plastische- und Wiederherstellungschirurgie (Direktor: Prof. Dr. Klaus M. Stürmer) der Universitätsmedizin Göttingen – Georg-August-Universität in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik der Technischen Universität Braunschweig (Direktor: Prof. Dr. Reinhold Haux) sowie der u_m_i Informatik GmbH, Braunschweig.

virtX ist ein virtuelles Lernsystem für den Einsatz mobiler Röntgengeräte, die in chirurgischen Notaufnahmen und Operationssälen oft gebraucht werden. Aufgrund der sterilen Arbeitsbedingungen im Operationssaal ist der Chirurg während der Operation darauf angewiesen, dass das Pflegepersonal den mobilen Bildverstärker in die korrekte Position über das Operationsgebiet bringt. Die Positionierung für die Feinjustierung erfolgt häufig unter Strahlung, besonders bei komplexen Operationen, zum Beispiel an Hüftgelenk, Becken, Fersenbein oder Wirbelsäule. Aus Strahlenschutzgründen muss diese Strahlungszeit so gering wie möglich gehalten werden.

Die heutige Ausbildung von OP-Personal sowie Ärztinnen und Ärzten in der Weiterbildung beschränkt sich auf eine kurze Erläuterung der Handhabung der Bildverstärker nach der Medizingeräteverordnung (MedGV). Hier verbessert das virtuelle Lehr- und Lernsystem virtX die Ausbildungsmöglichkeiten.

Mit virtX werden die Einstellungen am Röntgenbildverstärker für verschiedene Operationsszenarien am realitätsnahen virtuellen Modell trainiert. Dabei erfolgt eine Rückkopplung über simulierte Röntgenbilder, die aus realen CT-Datensätzen errechnet werden. Die Simulation kann mit einem realen Bildverstärker gekoppelt werden. So kann das Pflegepersonal mit einem realen Bildverstärker üben, ohne tatsächlich Röntgenstrahlung zu erzeugen. Mit dieser neuen Art der Ausbildung kann die richtige Bildverstärker-Position schnell angesteuert, die Fehlerquote gesenkt und der Einsatz des Röntgen-Dauermodus und damit die Strahlenbelastung reduziert werden.