Virtuelle Kirchenbesichtigung

Text von: redaktion

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen wird in einem Pilotprojekt, gemeinsam mit den Wissenschaftsakademien in Heidelberg und Mainz, Informationen multimedial aufbereiten. Dazu gehört eine 3D-Darstellung der St. Michaelis Kirche in Hildesheim.

Die Vorarbeiten für die dreidimensionale Darstellung im Internet haben begonnen. Am Freitag, dem 19. Februar 2010, um 12 Uhr werden Experten am Ort des Geschehens in der St. Michaelis Kirche in Hildesheim ihr Vorgehen erläutern.

Das 3D-Projekt ist in der jeweiligen Wissenschaftsakademie angebunden an die Arbeitsstellen der Inschriften-Forschung, die ihre Ergebnisse mittels dieser modernen Präsentation einem breiteren Publikum zugänglich machen will.

Das Konzept der dreidimensionalen Erschließung der Inschriften stammt von den Professoren Kai-Christian Bruhn und Fredie Kern vom i3mainz-Institut für raumbezogene Informations- und Messtechnik der Fachhochschule Mainz.

Ihr fünfköpfiges Team wird in der ersten Arbeitsphase die St. Michaelis Kirche messtechnisch erfassen und den Kirchenbau von mehr als sechzig Standpunkten mit einem terrestrischen Laserscanner und Panoramaphotographien dokumentieren.

In einer zweiten Arbeitsphase werden die Fachdaten aus dem Buch „Die Inschriften der Stadt Hildesheim“ (bearbeitet von Christine Wulf, Wiesbaden 2003) hinter die Scans der St. Michaelis Kirche gelegt.

Der Betrachter kann schließlich mit einem Mausklick auf ein Objekt der Kirche auf seinem Bildschirm Informationen über die Inschrift dieses Objektes erhalten.

In einer dritten Phase sollen weitere Daten in die Web-Präsentation aufgenommen werden, die die Inschriften in ihrem mittelalterlichen Kontext lebendig machen. So könnten Liedanfänge, die in den Inschriften auf der Bilderdecke von St. Michaelis stehen, mit der dazu gehörigen Melodie verbunden werden.

Während die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen die St. Michaelis Kirche in Hildesheim für das 3D-Webviewing-Projekt aufbereitet, nehmen sich die Akademie der Wissenschaften und Kultur in Mainz und die Heidelberger Akademie der Wissenschaften der Kirchen in Michelstadt und Öhringen an.

Die 3D-Modelle mit den Fachinformationen werden über das Portal „Deutsche-Inschriften-Online“ bei der Digitalen Akademie Mainz zugänglich gemacht.