Viele herausragende Momente in Erinnerung

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Text von: redaktion

Der Geschäftsführer der starting five, Marc Franz, zieht im Interview, angesichts der Erfolge der Veilchen in diesem Jahr, eine positive Bilanz für die abgelaufene Saison. Denn neben dem Gewinn der Euro Challenge steht ein Dritter Platz in der Hauptrunde der Liga und die Teilnahme am TOP FOUR im Beko BBL-Pokal zu buche.

Die Saison 2009/2010 ist beendet. Wie lautet das Saisonfazit aus organisatorischer Sicht?

Marc Franz: Noch nie wurden in unserer Verantwortung für Bundesliga-Basketball in Göttingen mehr Heimspiele ausgetragen als in der abgelaufenen Saison, noch nie war ein Team der BG Göttingen erfolgreicher. Darauf können wir alle sehr stolz sein, auch wenn es natürlich eine intensive und auch stressige Zeit war. Unter dem Strich bleiben viele herausragende Momente mit sehr emotionalen Spielen und dem wohl souveränsten Europapokal-Debüt einer Mannschaft seit Jahren.

Ist denn das bittere Playoff-Aus in letzter Sekunde schon verdaut?

Nach dem Schock in letzter Sekunde in Spiel 5 gegen Bremerhaven hat sich inzwischen doch eine gewisse Zufriedenheit mit dem Saisonverlauf eingestellt. Wenn man so dicht vor dem Einzug ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft steht, möchte man natürlich auch den letzten Schritt dorthin tun. Dabei geholfen, den bitteren Moment zu vergessen, hat definitiv auch die Abschlussveranstaltung am 25. Mai in der Lokhalle.

Ein besonderes Ereignis war sicher die Ausrichtung des Final Fours der EuroChallenge. Wie fällt die Bewertung aus finanzieller und organisatorischer Sicht aus?

Die Entscheidung sich für das Final Four der EuroChallenge zu bewerben muss man im Nachgang als absolut richtig ansehen. Dabei waren die Voraussetzungen alles andere als einfach, denn für die Organisation standen nur dreieinhalb Wochen zur Verfügung und es waren umfassende Auflagen umzusetzen. Dies alles wäre nicht ohne mein Team in der Geschäftsstelle möglich gewesen. Auch finanziell war die Ausrichtung ein Risiko, immerhin musste FIBA Europe eine sechsstellige Summe garantiert werden. Dass dieses Event aber auch hier ein Erfolg geworden ist, liegt vor allem am Gesamtkonzept mit Wochenendtickets, VIP- und Werbepaketen und der „Tanz in den Mai“ Party. So konnten wir einen Umsatz von etwas mehr als 300.000 Euro erwirtschaften und unter dem Strich mit einem leichten Plus abschließen.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Ist es für die BG Göttingen vorstellbar ein weiteres großes Turnier auszurichten?

Wir waren zunächst skeptisch, ob unsere Halle für die Ausrichtung eines überregional wichtigen Turniers nicht doch etwas zu klein ist. Das EuroChallenge Final Four hat uns aber gezeigt, dass es eben auch hier um andere Dinge geht. Große Begeisterung für den Sport und die eigene Mannschaft, gepaart mit einer freundlichen und offenen Art, ohne Aggressionen die unseren Sport ins falsche Licht rücken würden. Was die Begeisterung für den Basketball angeht, gehört Göttingen definitiv zu den besten in Deutschland, vielleicht sogar in Europa. Ich kann mir daher vorstellen, dass auch ein Event der Beko BBL, sprich Pokal TOP FOUR oder der ALLSTAR Day gut hier her passen würden. Aber auch hier muss natürlich die Finanzierung auf festen Beinen stehen.

Durch den EuroChallenge-Gewinn besitzt man auch ein Startrecht für den Eurocup. Wird man dieses Teilnahmerecht wahrnehmen?

Es war schon immer unsere Ansicht, die sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen, um der Mannschaft eine Chance zu geben, sich zu präsentieren. So werden wir es auch mit unserem Startplatz im Eurocup halten. Allerdings müssen wir erst die konkrete Ausschreibung für die neue Saison abwarten und prüfen, ob wir alle Bedingungen erfüllen können. Im Moment gibt es viele Gerüchte über eine Neuausrichtung des Wettbewerbs. So wird beispielsweise diskutiert, nur noch in 5000er Hallen zu spielen. Klar ist, dass wir definitiv wieder an einem europäischen Wettbewerb teilnehmen wollen. Der Eurocup wäre ein toller Lohn für die harte Arbeit von John Patrick und seinem Team und sportlich eine echte Herausforderung.

Nach der vorletzten Saison hieß es „so eine Saison wird die BG nicht noch einmal spielen können“, was folgte war jedoch eine noch viel erfolgreichere Spielzeit 2009/2010. Was ist denn in der kommenden Saison zu erwarten?

Diese Frage ist ganz sicher die spannendste des Sommers, allerdings ist es auch noch viel zu früh um sie zu beantworten. Ganz entscheidend ist natürlich, welches Gesicht das Team 2010/11 haben wird. Daran arbeitet John Patrick sehr intensiv. Wir werden weiterhin finanziell nicht auf Rosen gebettet sein, denn die großen Investitionen in Basketball werden vermutlich auf sich warten lassen. Daher wird das Engagement von Unternehmen der Region weiterhin unsere starke Basis sein. Aber auch Fans und ihre Dauerkarten sorgen für finanzielle Sicherheit, die sich ganz entscheidend auf den zur Verfügung stehenden Spieleretat auswirkt.