Verzicht auf Atomwaffen: 50 Jahre „Göttinger Erklärung“

© Entscheider Medien GmbH
Text von: redaktion

18 deutsche Atomwissenschaftler, unter ihnen Otto Hahn, Carl Friedrich von Weizsäcker und Werner Heisenberg, unterzeichneten 1957 eine Erklärung, in der sie von Göttingen aus zu einem Verzicht auf Atomwaffen aufforderten.

Auslöser war die heftige Debatte um die Pläne einer atomaren Bewaffnung der Bundeswehr, die die Wissenschaftler „mit tiefer Sorge“ erfüllte. Am 12. April 2007 jährt sich die Unterzeichnung dieses Manifests, das unter dem Namen „Göttinger Erklärung“ bekannt geworden ist, zum 50. Mal. Aus diesem Anlass laden die Georg-August-Universität und die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) an diesem Tag zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung ein. Die Georgia Augusta und die DPG haben dafür drei renommierte Gastreferenten

gewonnen.

Der Präsident der Universität Göttingen, Prof. Dr. Kurt von Figura, und der Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, Prof. Dr. Eberhard Umbach, werden die Veranstaltung eröffnen. Anschließend spricht Dr. Arne Schirrmacher vom Forschungsinstitut für Technik- und Wissenschaftsgeschichte des Deutschen Museums (München) über „Die Göttinger Erklärung als Zäsur im Verhältnis von Wissenschaft und Politik in der Bundesrepublik“.

Mit der Frage „Was müsste eine Göttinger Erklärung heute fordern“ setzt sich Prof. Dr. Martin Kalinowski vom Carl Friedrich von Weizsäcker-Zentrum für Naturwissenschaft und Friedensforschung der Universität Hamburg auseinander. Die Festrede zum Thema „Nukleartechnologie und Nichtverbreitung von Kernwaffen“ hält Botschafter Peter Gottwald. Der Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) wird „Zur Verantwortung von Politik und Wissenschaft“ Stellung nehmen.

Die Gedenkveranstaltung 50 Jahre „Göttinger Erklärung“ findet am Donnerstag, 12. April 2007, von 11 bis 13 Uhr in der Aula am Wilhelmsplatz statt.