©Alciro Theodoro da Silva
©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Marisa Müller

„Azubis müssen sich bei der VGH behaupten und manchmal auch Grenzen setzen“, erzählt Thorben Peschke, der im ersten Lehrjahr bei ‚VGH Versicherungen‘ zwischen Göttingen und Hann. Münden pendelt. „Besonders, wenn man jung aussieht, nehmen einen viele Menschen nicht ernst. Erst, wenn sie merken, dass da jemand mit Verstand dahintersteckt, werden auch die granteligen Menschen freundlicher.“

Peschke hat in seinem Beruf mit alten Vorurteilen zu kämpfen. Der Versicherungsvertreter hat schließlich nicht den besten Ruf. „Absolut berechtigt“, findet Peschke, „denn die Branche war früher durchaus undurchsichtig, und viele Leute wurden über den Tisch gezogen.“ Der Innendienst-Azubi hat eher selten mit dem Vertreterklischee zu tun. Vielmehr arbeitet er im Büro, kümmert sich um das Schadenmanagement, Kundenberatung, telefoniert viel, und hin und wieder fährt er auch mit dem kleinen Flitzer der VGH zu Kunden nach Hause. Wenn es z.B. neue Konditionen für eine Versicherung gibt oder jemand Fragen zu einer bestehenden Versicherung hat, beraten Peschke und seine Kollegen. Da muss man allerhand wissen über die Rechtslage, Verträge und ein gutes Gespür für Menschen haben.

„Das ist das Bes­te, wenn ich guten Service bieten kann und mit den Menschen prima zurechtkomme“, erzählt er. Seine Ausbildung dauert zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit wird Peschke neben der praktischen Ausbildung der VGH in der BBS 1 in Göttingen schulisch betreut. „Ich merke da einen deutlichen Unterschied zur Schule vorher. Hier haben alle Lust auf ihre Ausbildung und den Berufsalltag danach – alle wollen lernen.“

Thorben Peschke gehört zu den Glücklichen, bei denen es auf Anhieb mit einer Ausbildung geklappt hat. Durch seinen Nebenjob in einem Fitnessstudio hatte er bereits Erfahrung im kaufmännischen Bereich. Hier entstand auch die Idee, dies hauptberuflich zu betreiben. Einer der Fitnesskunden erzählte ihm von seiner Tätigkeit bei der VGH. Daraufhin habe er dann direkt die Chance ergriffen, ein Praktikum bei ihm gemacht und sich im Anschluss für eine Ausbildung beworben, erinnert sich der heutige Versicherungsazubi.

Generell helfen Kontakte, das sogenannte Vitamin B, bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz weiter. „Man sollte nie zu verlegen sein, allen zu erzählen, dass man sich gerade auf der Suche befindet“, so Peschke. „Denn eventuell kommt durch ein lockeres Gespräch ein Vertrag zustande.“

Das er bereits 23 Jahre alt ist, sieht Peschke als Chance: „Ich hatte Zeit, Erfahrungen zu sammeln, zu jobben, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern und so meine Persönlichkeit zu entwickeln. Dieses Selbstbewusstsein kommt in der Bewerbungssituation gut an.“ Die VGH Göttingen stellt in der Regel vier Auszubildende im Jahr ein. Vor der Bewerbung müsse niemand Angst haben, meint Peschke. „Schließlich wollen wir alle noch etwas lernen, ergo müssen wir vorher nicht schon alles können. Für mich ist die VGH wie eine kleine, nette Familie.“

Nach der Ausbildung bieten sich ihm viele Möglichkeiten. Entweder er bleibt im Unternehmen, oder er kann anderswo in der Versicherungsbranche tätig werden. „Mein ,Vitamin B‘ vom Anfang hat schon gesagt, ich könnte auch zu ihm in eine kleine Filiale wechseln“, verrät Peschke. Entscheidungen dieser Art liegen allerdings zunächst noch in der Ferne; 2016 steht erst einmal die große Abschlussprüfung an.