Vernetzte Forschungsumgebung

Text von: redaktion

Das Verbundprojekt “TextGridLab“, das den Austausch von Informationen in den Geisteswissenschaften mit Hilfe moderner Informationstechnologie (Grid) unterstützt, wird weiterentwickelt und an die Bedürfnisse unterschiedlicher Disziplinen angepasst.

Den Zugang und den Austausch von Informationen in den Geisteswissenschaften mit Hilfe moderner Informationstechnologie (Grid) zu unterstützen ist das Ziel des Forschungsverbunds TextGrid.

Unter Federführung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) wird seit 2006 eine internetbasierte Plattform aufgebaut, die Wissenschaftlern Werkzeuge und Dienste für die Auswertung von textbasierten Daten in unterschiedlichen digitalen Archiven bietet – unabhängig von Datenform, Standort oder Softwareausstattung.

Nachdem die Infrastruktur entwickelt und die Zugriffs-Software „TextGridLab“ in einer Testversion veröffentlicht ist, wird in der nun beginnenden zweiten Projektphase die virtuelle Forschungsumgebung weiterentwickelt und an die Bedürfnisse unterschiedlicher Disziplinen angepasst.

Beteiligt sind unter anderem Editionsphilologen, Linguisten, Musikwissenschaftler, Klassische Philologen und Kunsthistoriker. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die zweite Projektphase über drei Jahre mit rund drei Millionen Euro.

Waren in der ersten Projektphase von TextGrid vorwiegend Philologen, Bibliotheks- und Informationswissenschaftler sowie Informatiker beteiligt, sind nun unter den zehn Projektpartnern weitere geisteswissenschaftliche Disziplinen vertreten: „Konkrete fachwissenschaftliche Bedürfnisse sind Ausgangspunkt bei der Entwicklung von Werkzeugen und Modulen in TextGrid“, so Projektleiterin Heike Neuroth von der SUB.

Zudem erhoffen sich die Projektpartner, dass neue Forschungsvorhaben in den Geistes- und Kulturwissenschaften möglich werden. Hierzu zählt zum Beispiel die automatische Analyse von Erzählstrukturen in Millionen von Romanen. Sie gehen davon aus, dass virtuelle Forschungsumgebungen in den sogenannten eHumanities einen wichtigen Beitrag leisten.

TextGrid ist 2006 als einziges geisteswissenschaftliches Projekt im Rahmen der vom BMBF geförderten bundesweiten D-Grid-Initiative zur Einführung neuer Netzwerktechnologien im Wissenschaftsbereich gestartet. „TextGrid ist dort Exot und gefragter Partner zugleich, denn der interdisziplinäre Austausch führt zu neuen Perspektiven, beispielsweise im Bereich der Langzeitarchivierung“, betont Neuroth.

Zu den Projektpartnern im Forschungsverbund TextGrid zählen neben der SUB in Göttingen Wissenschaftler von Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Kaiserslautern, Mannheim, München, Paderborn, Trier, Worms und Würzburg sowie Experten aus einem Unternehmen für Informationsmanagement.