©Luka Gorjup
Text von: Lea van der Pütten

Produkte aus Plastik und Gummi – sie begegnen uns tagtäglich und überall. Dass Kunststoff jedoch nicht gleich Kunststoff ist und Kautschuk nicht gleich Kautschuk, das weiß Marcel Loewner am besten. Er absolviert derzeit sein drittes Ausbildungslehrjahr als Verfahrensmechaniker.

Anders, als man vielleicht vermuten könnte, braut Marcel Loewner in seiner Ausbildung zum  Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik bei KKT in Lerbach bei Osterode keine Plastik- und Gummirezepturen zusammen. Das übernehmen seine Kollegen in der Elastica, einem zur KKT Holding gehörenden Werk, das firmenintern liebevoll auch Hexenküche genannt wird. Bei Marcels Arbeitsplatz hingegen stehen die Maschinen, die die unterschiedlichen fertigen Kunststoff- und Kautschukmassen schließlich in ihre Form pressen. Je nachdem, was gerade produziert wird, entstehen hier Teile für Atemschutzmasken für die  Feuerwehr, Umlenkhebel für den VW-Konzern oder ganze Schaltabdeckungen, etwa für den Golf GTI. Diese erhalten, nachdem sie ihre grobe Form bekommen haben, anschließend noch einen Feinschliff und werden dann  an die Kunden geliefert.

Marcels Aufgabe ist es, die verschiedenen Formen in den Maschinen zu rüsten und zu säubern. Wenn eine Form beispielsweise nicht vollständig mit der Gummimasse ausgefüllt und das entstandene Produkt dadurch fehlerhaft ist, nimmt Marcel die entsprechenden Anpassungen vor. „Manchmal kann es auch sein, dass ein Teil rissig ist, dann kann es helfen, wenn man die Temperatur verändert“, erklärt der 21-Jährige. „Wenn ich bei einem Problem mal wirklich nicht weiterkomme, sind aber auch immer hilfsbereite Kollegen in der Nähe, die man fragen kann.“ Die Fehler- und Problembehebung sowie die Optimierung der maschinellen Prozesse machen dem  Auszubildenden bei seiner Arbeit am meisten Spaß.

Einmal wöchentlich besucht Marcel die Berufsschule in Osterode Mitte. Dort lernt er von Maschinenbau über Pneumatik bis hin zur Qualitätssicherung alles, was er für seinen späteren Beruf braucht. „Mir gefällt besonders gut, dass die Berufsschule auch so praktisch orientiert ist“, berichtet er. So stehen in der Schule Maschinen, an denen sie Prozesse durchgehen, verschiedene Parameter einstellen und diese durchrechnen. Auch hier steht die Fehlerbehebung ganz oben auf dem Lehrplan. Aber auch die Theorie kommt nicht zu kurz: Die Azubis lernen Formeln zur Ausdehnung und zur Schließkraft, behandeln politische und fachspezifische Themen, wie etwa die Qualitätssicherung, und analysieren verschiedene Prozesse.

In seinem ersten Lehrjahr hat Marcel eine Fortbildung zum Ausbildungsbotschafter bei der IHK gemacht. Jetzt bringt er Schülern auf Ausbildungsmessen – zum Beispiel auf dem GöBit – das, was er in Betrieb und Berufsschule gelernt hat, näher und macht damit Werbung für den Beruf als Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

Welche Eigenschaften sollte ein potenzieller Azubi mitbringen?

• technisches Verständnis
• Fleiß
• Kombinationsvermögen
• er sollte Hitze abkönnen (die Maschinen arbeiten teilweise bei 160 Grad Celsius)
• mindestens ein guter Hauptschulabschluss oder ein Realschulabschluss

Warum sollte man Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik werden?

• gute Aufstiegschancen
• vielfältig einsetzbar

Ausbildungsgehalt

1. Lehrjahr: 620–850 Euro
2. Lehrjahr: 670–880 Euro
3. Lehrjahr: 720–940 Euro
Einstiegsgehalt: 1.800–2.400 Euro (brutto)