Verdienstkreuz für Herbert Jäckle

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Text von: redaktion

Dem Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen wurde der Verdienstorden 1. Klasse - der jährlich vom Bundespräsidenten verliehen wird - durch den niedersächsischen Wissenschaftsminister Lutz Stratmann überreicht.

Damit werden nicht nur die herausragenden wissenschaftlichen Leistungen des Entwicklungsbiologen Jäckles gewürdigt, sondern auch sein Bemühen um die Förderung und Rekrutierung von angehenden Spitzenforschern verdient gemacht. „Sie haben eindrucksvoll bestätigt, wie sehr wissenschaftlicher Fortschritt dem Menschen dient. Sie haben den Weg gebahnt für neue innovative Therapien, um künftig Krankheiten wie Diabetes und Fettleibigkeit besser behandeln zu können“, sagte Stratmann bei der Übergabe der Auszeichnung.

Der Wissenschaftsminister betonte, dass Jäckle gemeinsam mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss, ein Musterbeispiel dafür sei, wie Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung erfolgreich in die medizinische Anwendung überführt werden können.

Beide Wissenschaftler haben wegweisende Arbeiten zum Verständnis der frühen Embryonalentwicklung, im Wesentlichen am Modellorganismus der Fruchtfliege durchgeführt. Ausgehend von diesen Experimenten hat Jäckle eine Reihe von Schaltergenen und molekulare Regelmechanismen identifiziert, die auch beim Menschen für die Bildung von Organen grundlegend sind.

Diese Erkenntnisse des Biologen bereiten den Boden für die Entwicklung vollständig neuer Therapieansätze. Sie könnten zur körpereigenen Wiederherstellung defekter Organstrukturen und -funktionen – wie bei Diabetes oder Fettleibigkeit – eingesetzt werden.

In einer gemeinsam mit Gruss gegründeten Firma in Göttingen wird daran gearbeitet, ihre neuen Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung in die Anwendung zu überführen.

Vor acht Jahren hat der heute 60-Jährige Jäckle zudem das Amt des Vizepräsidenten der Max-Planck-Gesellschaft übernommen. Seine kreativen Ideen haben die deutsche Wissenschaftslandschaft seither verändert. Vor allem bemüht er sich um die Rekrutierung der besten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt für den Standort Deutschland. Auf seine Initiative geht unter anderem die Entwicklung eines erfolgreichen Konzepts zur Nachwuchsförderung innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft zurück.