Unter die Haut

©Alciro Theodoro da Silva
Text von: Stefan Liebig

Das Hehlener Unternehmen Heller-Leder setzt sich als Pionier seiner Branche für die Weiterentwicklung von Umweltstandards in der Lederindustrie ein.

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Denn der heute 51-Jährige brach mit einer Firmentradition, als er 1991 die Unternehmensführung von seinem Vater übernahm: „Aufgrund der negativen Berichterstattung über unsere angeblich besonders umweltschädliche Branche, gingen wir mit der Öffentlichkeitsarbeit eher passiv um. Ich wollte das ändern und unsere Investitionen in die nachhaltige Produktion aktiv kommunizieren.“ Dazu gehört für ihn seit einigen Jahren auch die Teilnahme an Wettbewerben.

Ohne zu ahnen, wie erfolgreich Heller-Leder dabei sein würde, wollte Strebost über die positiven Effekte umweltpolitischer Anstrengungen in der schwierigen Branche sprechen. „Alleine die Vorbereitung der Bewerbungsunterlagen schärft das Bewusstsein aller Beteiligten am Thema und schweißt zusammen“, so Strebost. Aber es blieb nicht beim Ausfüllen der Unterlagen: Heller-Leder erhielt 2010 das Umweltzeichen ,Der Blaue Engel‘ und das goldene Abzeichen der Leather Working Group, die sich weltweit für nachhaltige Lederproduktion einsetzt. 2011 folgten der Gewinn des weltweiten Preises ,Tannery of the year‘ in Shanghai sowie die Finalteilnahme beim ,Querdenker Award‘. Und es folgten noch viele weitere Preise und Finalteilnahmen. Herausragend war der Sieg beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2013. Dieser demonstriert auch die Kommunikation solcher Glücksmomente: Alle Mitarbeiter konnten sich mit dem Pokal fotografieren lassen.

Die Fotos sind in einer Galerie auf der Homepage zu sehen. „Solche Auszeichnungen belohnen das ganze Team, nicht nur die Geschäftsleitung, die zu den Veranstaltungen eingeladen ist“, sagt der Geschäftsführer. „Mit diesen Aktionen stärken wir den Zusammenhalt der Belegschaft.“ Geringe Fluktuation und funktionierendes Teamwork sind die Rendite dieser Personalführung. Das gegenseitige Verständnis fördert die Unternehmensleitung außerdem durch regelmäßige Grillfeiern: Jedes Jahr organisieren ausländische Mitarbeiter derselben Nationalität ein Sommerfest, um den Kollegen ihre Kultur näherzubringen. Diese gelebte mitarbeiterbindende Philosophie schlägt sich in der Qualität nieder und kommt damit auch bei den anspruchsvollen Kunden an.

Die hochwertigen Produkte von der Weser überzeugen seit vielen Jahren die Einkäufer von Porsche und vielen anderen namhaften Unternehmen. Mit der neuen Produktlinie ,Blattwerk‘ gelang es Heller-Leder sogar, ein Leder, gegerbt mit den Blättern von Olivenbäumen, zu entwickeln. „Es handelt sich dabei um einen 100prozentig nachhaltigen Gerbstoff zur Fertigung reinsten Leders und zum Schutz der Gesundheit und Umwelt“, erklärt der Geschäftsführer. Ein erfolgversprechendes Produkt für die Zukunft, in die Thomas Strebost ohnehin sehr optimistisch blickt. Denn neben dem stabil laufenden Geschäft freut sich der gelernte Ledertechniker über das große Interesse seiner beiden Kinder am Unternehmen. Wie ihr Vater absolvierten sie bereits in jungen Jahren Praktika und Ferienjobs in der Fertigung. Julia studiert zurzeit in Iserlohn Business und Management, während sich Yannick im dritten Jahr der Ausbildung zum Gerber befindet. Mit Blick auf diese berufliche Entwicklung sagt der Vater: „Es ist schön, dass die beiden Interesse am Betrieb entwickelt haben, ohne unter Druck gesetzt zu werden. Gerne würde ich ihn gemeinsam mit meinen Kindern weiterführen und das Thema umweltschonende Produktion auch in Zukunft vorantreiben.“

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