Unter den Sternen

© Alciro Theodoro da Silva
Text von: Claudia Klaft

Im April eröffnet planea – ein Restaurant mit besonderem Anspruch.

Auf der Speisenkarte stehen Fleisch, Gemüse und Sauce. Klingt gewöhnlich? Ist es aber nicht!

Dies verspricht das Küchenduo des planea. Kirill Kinfelt und Young Sun Sarah Henke sind die Küchenchefs des Fine- Dining-Restaurants an der Historischen Sternwarte in Göttingen, das im April 2010 eröffnet wird.

Für beide ist es die erste leitende Position, die sie bekleiden. Sie betreten Neuland unter der Regie der Betreiber des planea, Olaf Feuerstein und Jörg Trilling vom Hotel Freizeit In.

Und sie wollen – wie es schon der Name „Fine-Dining“ verrät – nicht das Gewöhnliche bieten, sondern mit dem planea Maßstäbe setzen und mit kulinarischen Kreationen begeistern.

Was ist also zu erwarten, wenn man das Ungewöhnliche verspricht? Es sollen die Gegensätze sein, die dem Restaurant einen besonderen Reiz verleihen. Sie ziehen sich als roter Faden durch das Gesamtkonzept.

Angefangen bei der Zubereitung der Speisen, bei der mehrere Varianten möglich sind. Kinfelt gibt ein Beispiel: „Sellerie kann man frittieren, aber auch pürieren, und so können wir verschiedene Texturen komponieren“. Mehr will er nicht verraten, denn „die Rakete muss erst starten“, sagt er und meint damit die Eröffnung des Restaurants.

Der 27-Jährige hat erst während seiner Ausbildung zum Restaurantfachmann das Interesse für die Küche entdeckt. „Ich war fasziniert, was man aus simplem Wasser machen kann, wenn man nur ein paar Zutaten darin kocht. Plötzlich schmeckt das Wasser lecker und nach einer richtigen Mahlzeit“.

Die Küche zieht ihn magisch an, so dass er sich schließlich beim Gauß in Göttingen zum Koch ausbilden lässt. Dort bleibt er ein weiteres Jahr und wechselt dann ins Hotel Louis C. Jacob nach Hamburg, wo er die französische Küche und die Gepflogenheiten einer Großküche kennenlernt. Auf seiner nächsten Station im La Vie Osnabrück wirkt er in der Aromenküche von Thomas Bühner mit.

Als er jedoch vom Projekt planea erfährt, ist er sofort Feuer und Flamme. „Bereits seit Mitte 2009 bin ich gedanklich dabei und habe mich wirklich gefreut, als ich den Vertrag unterschreiben konnte“.

„Mit Kochen kann man die Menschen verzaubern.“

Für Young Sun Sarah Henke dagegen stand die Ausbildung zur Köchin von vornherein fest. „Ich stand schon mit meiner Mutter immer am Herd“, erzählt sie. Alternativen habe sie nie erwogen. Sie ist ein Jahr älter als Kinfelt und hat bereits mehr Erfahrungen in unterschiedlichen Küchen sammeln können.

Doch wie bei Kinfelt beginnt auch ihre Karriere in der Region: Sie lernt im Burghotel Hardenberg. Ihre weiteren Wege führen in das Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach, das Restaurant Oliveto im Hotel Königshof in München, in ein Hotelrestaurant an der portugiesischen Algarve und schließlich ins Aqua in Wolfsburg. „Ich wollte mich immer weiter entwickeln“, sagt sie.

Und das tut sie nun, gemeinsam mit Kinfelt. Beide sind zurück in der Region, um etwas völlig Neues auf die Beine zu stellen. Sie profitieren gegenseitig von ihren Erfahrungen in der gehobenen und ausgezeichneten Gastronomie, sie befruchten sich gegenseitig und sind voller Ideen, wie man in Göttingen eine Küche der besonderen Art bieten kann.

Dabei wollen sie keine Gerichte mit unzähligen Geschmackskomponenten überfrachten, sondern den ursprünglichen, aber verfeinerten Eigengeschmack der Produkte, die zum großen Teil aus der Region kommen, hervorheben.

„Auch das Vertraute kann überraschend wirken“, sagt Henke. Und Kinfelt ergänzt: „Kochen ist eine tolle Sache, denn man kann damit die Menschen verzaubern“. Das leidenschaftliche Duo freut sich auf die Küche, an deren Einrichtung es beteiligt war.

Selbstverständlich sind auch Interieur und Architektur des planea vom Konzept der Gegensätze geprägt. Die moderne Einrichtung, die durch Bilder des Künstlers Andreas Lemberg ergänzt wird, ist komplett konträr zur Nachbarschaft der historischen Sternwarte. Klare Linien, naturbelassene Oberflächen und große Fensterfronten zeichnen den Neubau aus, dabei dient die Transparenz als Einladung und gleichzeitig als Offenheit.

Ein direktes Zusammentreffen von alt und neu findet sich in der Rotunde der „Sternenbar“, deren schlichte Eleganz von der Sternenkuppel des ehemaligen Gartenhauses überdacht wird.

Man darf gespannt sein, ob das Konzept aufgeht. Die Köche sind jung und dynamisch – ob sie erfolgreich sind, entscheiden die Gäste. Lassen Sie sich überraschen!

Anschrift: Geismar Landstraße 11, 37083 Göttingen
Telefon: 0551/50 429 901 (ab 15. April)
Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 23 Uhr, kein Ruhetag
Kapazität: 44 Sitzplätze im Restaurant, 24 an der Bar, 104 Terrassenplätze
Maître: Ullrich Ellwanger