“Unser liebstes Kind“

© Sebastian Mauritz
Text von: Noreen Hirschfeld, redaktion

Das Vokal-Ensemble Seven Up ist seit 20 Jahren ein fester Bestandteil der regionalen Musikszene.

„Am liebsten fahren wir in einem Van zu unseren Auftritten. Dann können wir uns schon während der Fahrt einsingen, und es ist, als ob der ‚Brady Bunch‘ ins Wochenende fährt“, berichtet Heike Neumeyer, Gründungsmitglied der Göttinger A-cappella-Gruppe Seven Up.

Seit zwei Jahrzehnten stehen Heike Neumeyer, Christiane Eiben, Gregor Jess, Christoph Jess und Benjamin Stürzenhofecker nun schon gemeinsam regional und überregional auf der Bühne.

Von Folk über Pop und Rock bis zum Madrigal, solo oder mehrstimmig, A-cappella oder instrumentell begleitet: Seven Up sprechen mit ihrer Musik ein breites Publikum an und kombinieren diese mit einer humorvollen Bühnenperformance.

„Die Musik hat bei uns allen von klein auf eine große Rolle gespielt“, meint Neumeyer. So sangen alle bereits als Solisten in verschiedenen lokalen Bands, als sie beim Göttinger Altstadtfest im Jahr 1992 beschlossen, sich zu einem ,Happening‘ zu treffen.

Dabei hatten sie so viel Spaß, dass sie kurz darauf Seven Up – damals noch mit sieben Mitgliedern – ins Leben riefen. Vor zwei Jahren gesellte sich Torsten Uhlendorff hinzu. Die sechs Musiker verfolgen parallel nach wie vor auch noch andere musikalische Projekte.

„Seven Up ist aber unser musikalisch liebstes Kind“, erklärt Neumeyer überzeugt. Und das scheinen die Göttinger Fans zu schätzen.

So füllt das Vokal-Ensemble mit seinen legendären Weihnachtskonzerten alljährlich an zwei Tagen in Folge die Stadthalle, und der Kartenvorverkauf beginnt fast ein Jahr zuvor. Das diesjährige Jubiläum wurde mit einem Sommerkonzert gebührend gefeiert.

Ein lang ersehnter Traum

Für die Band ging damit ein lang ersehnter Traum in Erfüllung: ein Auftritt im Deutschen Theater. Aber nicht nur in der Region haben Seven Up sich einen Namen gemacht.

Sie reisen für ihre rund 20 Auftritte pro Jahr, von kleinen Firmenfeiern bis hin zu Partys in Robinson- Clubs, durch Deutschland und die Welt. Kein Wunder, denn das Song-Repertoire umfasst Lieder in den unterschiedlichsten Sprachen – von Spanisch über Kisuaheli bis Chinesisch.

So waren sie bereits gemeinsam in Spanien, in der Türkei und sogar in China. Das Touren mit einer A-cappella-Gruppe sei eher unkompliziert, erklärt Neumeyer: „Wir kommen oftmals nur mit einem kleinen Mikrofonkoffer. Wenn es akustisch machbar ist, singen wir auch ganz ohne Verstärkung – das ist manchmal am schönsten.“

Wie eine richtige Familie

Neben diesem Vorteil fasziniere sie an der A-cappella-Musik vor allem die Kreativität, beispielsweise bei der Umwandlung eines harten Rockstücks in eine reine A-cappella-Version: „Die Herausforderung besteht darin, aus den verschiedenen Stimmen etwas zu basteln.“

Hin und wieder holen sich die Stimmwunder aber dann doch instrumentelle Verstärkung hinzu, in Form von Cajón, Gitarre oder Klavier. Wenn Musiker 20 Jahre zusammen auftreten, muss auch die Chemie stimmen.

„Wir sind mittlerweile wie eine richtige Familie, mit Streit, Versöhnung, Tiefen und Höhen – aber insgesamt mehr Höhen“, erklärt Neumeyer. Deshalb ist sie optimistisch, dass sie auch die nächsten 20 Jahre zusammen auf der Bühne stehen werden und sagt lachend: „Eine Alten- WG mit einem Musikzimmer könnte ich mir sehr gut vorstellen.“