Universität Göttingen gründet Institut für Demokratieforschung

Text von: redaktion

Als “Ort des kritischen Geistes und des offenen Wortes“ soll das Institut in der früheren Villa des Göttinger Chirurgen Rudolf Stich ab März 2010 ein öffentliches Forum für neues Denken sein.

Sinkende Wahlbeteiligung, allgemeines Desinteresse an politischen Vorgängen, fehlendes Verständnis demokratischer Abläufe – die Politikverdrossenheit breitet sich offenbar immer weiter aus.

Dem will die Universität Göttingen entgegenwirken: Mit dem neu gegründeten Institut für Demokratieforschung wollen die Wissenschaftler ihre Erkenntnisse in die Öffentlichkeit tragen.

Es fungiert als Schnittstelle zwischen Gesellschaft und Wissenschaft. Forschungsergebnisse sollen der interessierten Öffentlichkeit vermittelt werden, umgekehrt aber auch Fragen der Gesellschaft die politische Wissenschaft zu neuen Studien anregen.

Dieser Transfer zwischen Forschung und Praxis ist das erklärte Ziel. Geleitet wird das Institut, das am 1. März 2010 offiziell die Arbeit aufnimmt, vom Göttinger Parteienforscher Franz Walter.

Die Sozialwissenschaftler wollen sich mit den großen und drängenden gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen, die während der kommenden Jahrzehnte auf die modernen Demokratien zukommen.

Sie versuchen Lösungen dafür zu finden, dass die komplexen europäischen Gesellschaften ihren sozialen Zusammenhalt nicht verlieren und die demokratischen Institutionen intakt bleiben.

Gemeinsames Anliegen der Forscher ist es dabei, die Förderung und Stärkung der Demokratie immer wieder öffentlich zu vermitteln und einzufordern.

Mit dieser Ausrichtung ist das Institut für Demokratieforschung derzeit einzigartig in Deutschland.