UMG startet neue Förderstiftung ‚UMG add on‘

Text von: Redaktion

UMG add on – die neue Förderstiftung der UMG stellt sich mit 1. Philanthropi-schen Lunch vor. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler zu Gast bei Auftaktveranstaltung mit Spitzenpersönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. UMG add on will zwei Stiftungsprofessuren einwerben. Teil des neuen Beirats ist auch faktor-Herausgeber Marco Böhme.

„Gesundheit neu denken“, so lautete das Motto des 1. Philanthropischen Lunchs der neuen Förderstiftung ‚UMG add on‘ der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). An dem ersten öffentlichen Auftritt der neuen Förderstiftung am Freitag, dem 24. Juni 2022, im Hotel Freizeit In Göttingen nahmen Spitzenpersönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft teil. Die ‚UMG add on‘ setzt sich zum Ziel, vor allem die personalisierte Medizin an der UMG weiterzuentwickeln – in den drei Forschungsschwerpunkten, in denen die UMG national und international bereits Spitzenforschung betreibt: in den Neurowissenschaften, der Herz-Kreislauf-Medizin und der Onkologie. Diese drei Schwerpunkte will ‚UMG add on‘ mit der Förderung von Pilotprojekten zusätzlich stärken, um interdisziplinär Therapien zu entwickeln, die ganz individuell auf die Patienten abgestimmt sind. Jede neue Erkenntnis soll direkt vom Labor ans Krankenbett gelangen. Die Förderstiftung UMG add on soll die UMG dabei unterstützen, weiterhin als maßgeblicher Treiber des medizinischen Fortschritts voranzugehen.

„Mit dem offiziellen Startschuss für die Stiftung UMG add on wird die UMG nicht nur ihrer Rolle als Innovationsmotor in Südniedersachsen gerecht, sondern beschreitet unter enger Einbindung des Hochschulumfelds neue Wege der patientenorientierten Forschung“, sagte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler. „Die neue Stiftung öffnet privatem, bürgerlichem Engagement ebenso wie der Innovationsbereitschaft von Industriepartnern aus der Wirtschaft und einem über Förderprojekte zielgerichteten Technologietransfer die Türen. Ausgerichtet an den Forschungsschwerpunkten der UMG widmet sich die Stiftung somit einem der zentralen Themen dieser Zeit: der Zukunft der Medizin.“

„Die neue Förderstiftung UMG add on eröffnet uns zusätzliche Möglichkeiten für eine Universitätsmedizin in Göttingen, die über ihre fachspezifischen Fragestellungen hinausblickt. Sie will die Zukunft der Medizin aktiv gestalten, interdisziplinär, international und individuell an den Patienten ausgerichtet“, so Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der UMG und Vorstandsvorsitzender der Förderstiftung. „Die Förderstiftung UMG add on setzt sich nachhaltig für eine Medizin ein, die sich konsequent am einzelnen Menschen mit individuell maßgeschneiderten Therapien ausrichtet. So wissen wir zum Beispiel, dass Krebspatienten oft auch Herzerkrankungen haben. Aber bislang kennen wir die genauen Zusammenhänge noch nicht. Allein dafür brauchen wir eine Forschung, die jetzt die UMG add on durch die großzügige Unterstützung von Unternehmen und Privatpersonen möglich machen kann, da für viele Bedarfe die öffentlichen Mittel nicht ausreichen“, sagte Prof. Brück.

In seinem Impulsvortrag „Einfach viel bewegen – Was philanthropisches Engagement möglich macht“ gab Prof. Matthias Buntrock, Professor für Gesundheits- und Sozialmanagement an der FOM Dortmund, einen Überblick darüber, was bürgerliches Engagement in einem größeren Rahmen möglich machen und erreichen kann mit Einblicken in den US-amerikanischen Raum und Förderpersönlichkeiten in Deutschland.

Weitere Gäste des Events waren unter anderem Prof. Dr. Metin Tolan, Präsident der Georg-August-Universität Göttingen, die Vorstandsmitglieder der UMG Prof. Dr. Lorenz Trümper und Jens Finke, Dr. Gerd Rappenecker, Geschäftsführer der Stadtwerke Göttingen, Michael Neugebauer, Geschäftsführer der Göttinger Verkehrsbetriebe, sowie Karl-Heinz Rehkopf, Unternehmer und Stifter des Museums PS-Speicher in Einbeck. Aus der Politik begleiteten den Startevent der Göttinger Bundestagsabgeordnete Dr. Andreas Philippi, die Landtagsabgeordneten Marie Kollenrott und Christian Grascha sowie Marcel Riethig, Landrat Göttingen, und Bernd Reuter, Landrat a.D..

Projektvorhaben der Förderstiftung 

Die Förderprojekte der UMG add on forcieren die Personalisierte Medizin – eine der zentralen medizinischen Strömungen des 21. Jahrhunderts. Galt in der Forschung lange das Prinzip „one fits all“, so setzt die Medizin heute auf passgenaue, auf das Individuum abgestimmte Therapien. Als erste große Förderprojekte hat sich die Stiftung die Errichtung von zwei Stiftungsprofessuren aus zwei Forschungsschwerpunkten der UMG vorgenommen.

Die Stiftungsprofessur „Resistenzen gegen Krebstherapien überwinden“ setzt sich zum Ziel, Therapieresistenzen zu verstehen und zu überwinden. Personalisierte Präzisionsonkologie entwickelt maßgeschneiderte Therapien auf Basis einer molekularen Stratifizierung von Tumoren. Dieses Prinzip hat die Krebsmedizin in den letzten Jahren revolutioniert. Die aktuellen Grenzen der personalisierten Krebsbehandlung sollen noch besser verstanden werden. Inhaltlich soll sich die Stiftungsprofessur dem wichtigen Thema der Krebstherapieresistenz widmen. Schwerpunkt wird die Erforschung einer veränderten „Genomdynamik“ von Krebszellen und deren Bedeutung für die Ausbildung von Resistenzen gegenüber einer Krebsbehandlung sein. Das noch junge Forschungsfeld birgt ein großes Potenzial für die Entwicklung neuer personalisierter Therapiekonzepte zur Überwindung von Resistenzen. Die Stiftungsprofessur soll die bestehende Expertise zur funktionellen Untersuchung des Genoms mit innovativer Technologie und Methodik sinnvoll ergänzen und diese mit dem Ziel neue personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln, in der klinischen Routine etablieren.

Die Stiftungsprofessur „Personalisierte Therapie bei Herzinsuffizienz“
Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Herzschwäche. Die in der Fachwelt „Herzinsuffizienz“ genannte Erkrankung gehört zu den Volkskrankheiten und zählt zu den häufigsten Todesursachen. Bislang erfolgt keine individuell auf die Patienten zugeschnittene Therapie. Eine Stiftungsprofessur soll diese Lücke schließen. Die geplante Stiftungsprofessur soll aus Blut- und Herzgewebsproben die spezifischen molekularen Besonderheiten eines jeden Patienten identifizieren und die Behandlung individuell daran anpassen. Anhand der Ergebnisse soll sie individuelle Therapieverfahren für die herzschwachen Patienten entwickeln.

Prominent besetzt: Die Gremien von ‚UMG add on‘
Die Gremien der neuen Förderstiftung UMG add on sind prominent besetzt. Den Vor-stand bilden als Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstandes der UMG, sowie Michael Birlin, stellv. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen, und Prof. Dr. Wolfgang Lehmann, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie.
Im Kuratorium sitzen als Kuratoriumsvorsitzende Gisela Lampe, Fachanwältin Erbrecht, Familienrecht und Steuerrecht, Olaf Feuerstein, geschäftsführender Gesellschafter Hotel Freizeit In und Ratsherr der Stadt Göttingen, der Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler, Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG, Bernhard Reuter, Landrat a. D., und Tina Schulz, stellv. Leiterin der Stiftungsverwaltung der Braunschweigischen Stiftung, Geschäftsführerin der Stiftungspartner GmbH.

Den Beirat bilden Burkhard Balz, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, Marco Böhme, Medienunternehmer, Dr. Andreas Philippi, MdB und Facharzt für Chirurgie und Notfallmedizin, Karl-Heinz Rehkopf, Unternehmer, Sammler, Stifter und Initiator des Museums für Automobil- und Motorrad-Oldtimer PS-Speicher, sowie Philipp Schulte-Noelle, Jurist und Unternehmensmanager.