UMG-Simulationszentrum am neuen Standort

© Arne Blecken
Text von: redaktion

Das Lehr- und Simulationszentrum der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist umgezogen. Die neu gestalteten, großen Räume befinden sich im ersten Stock der ehemaligen Universitäts-Hautklinik in der Von-Siebold-Straße 3.

Bei der Eröffnungsfeier am Freitag, dem 23. August 2013, konnten Interessierte in den neuen Kurs- und Seminarräumen des Lehr- und Simulationszentrums selbst Erste Hilfe leisten, den Umgang mit Defibrillatoren üben und die richtige Beatmung einer verletzten Person trainieren.
Das Lehr- und Simulationszentrum gibt es seit zehn Jahren. Es ist eines der wenigen Übungszentren in Niedersachsen und gehört zu den größten in Deutschland.
Mit Hilfe von Simulationspuppen hat das Team des Simulationszentrums eine wirklichkeitsgetreue Notfallsituation nachgestellt: Ein Patient hatte nach einer Herz-OP Kammerflimmern und musste stabilisiert werden.
Ähnliche Szenarien werden in regelmäßig stattfindenden Notfallkursen im Lehr- und Simulationszentrum trainiert.
In den so genannten Crisis-Ressource-Management-Kursen werden neben den „technical skills“, den Sofortmaßnahmen zur Lebensrettung, auch die „non technical skills“ geschult.
Dabei kommt es vor allem auf eine klare, eindeutige Kommunikation, die Voraussicht von Problemen, die Nutzung von Ressourcen und ein durchdachtes Teammanagement an.
Lebenszeichen steuern
Ein besonderer Vorteil der neuen Räumlichkeiten des Simulationszentrum ist: Es gibt einen extra Steuerungsraum.
Dieser Raum liegt zwischen den beiden Szenario-Räumen und enthält alle Steuerungseinheiten. Von dort aus lassen sich alle „Lebensfunktionen“ der Simulatoren vom Computer aus regulieren.
Das bedeutet: Die Kursteilnehmer haben viel mehr Platz und können sich ganz auf die Situation konzentrieren. Große, entspiegelte Scheiben des neuen Steuerungsraumes bieten einen direkten Blick in beide Räume.
Ein Szenario-Raum ist speziell für Kindernotfallkurse und Anästhesie-Kurse ausgestattet, der andere für Notfallbehandlungen auf einer Intensivstation.
Neben den laufenden Kursen für die über 3.000 Medizin-Studierenden an der UMG bietet das Lehr- und Simulationszentrum über 30 interdisziplinäre Schulungskurse pro Jahr für Pflegekräfte, Rettungsassistenten, Feuerwehrkräfte sowie Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland an.
Darüber hinaus ist das Lehr- und Simulationszentrum fester Bestandteil der Aus- und Fortbildung von UMG-Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ärzte und Pflegepersonal erlernen oder vertiefen hier ihre Kenntnisse in der Wiederbelebung.
Alle Notfallkurse können per Video aufgezeichnet und in den Vortragsraum übertragen werden. So kann von jedem Kurs eine detaillierte Nachbesprechung erfolgen.
„Mit den Räumlichkeiten des neuen Lehr- und Simulationszentrums verfügt die Klinik für Anästhesiologie über herausragende Bedingungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung unseres Trainings-und Ausbildungskonzeptes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Notfallkurse können jetzt alle Vorteile der verschiedenen Räume nutzen“, sagt Michael Quintel, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Göttingen.
Zusätzlich zu den zwei Kursräumen gibt es mehrere Seminarräume, einen großen Vortragsraum und der große Hörsaal im Gebäude kann auch genutzt werden.
Das Team des Simulationszentrums besteht aus 14 Ärzten der Klinik für Anästhesiologie, fünf Fachpflegern für Anästhesie- und Intensivpflege und vier studentischen Hilfskräften. Im Lehr- und Simulationszentrum der UMG können alle Notfälle vom Babyalter über das Kindes- und Jugendalter bis zum Erwachsenenalter simuliert werden.
Dazu verfügt das Göttinger Lehr- und Simulationszentrum über mehrere Simulationspuppen, darunter ein „SimBaby“, eine Kindersimulationspuppe „SimJunior“, drei Erwachsenensimulatoren („SimMan“, Sim3G, Meti) sowie über mehrere „Resusci Anne`s“ zum speziellen Reanimationstraining.