UMG-Pädiater erhält Adalbert-Czerny-Preis 2010

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Text von: redaktion

Marco Henneke, Abteilung Pädiatrie II mit Schwerpunkt Neuropädiatrie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), erhält den mit 10.000 Euro dotierten Adalbert-Czerny-Preis 2010 der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.

Der Adalbert-Czerny-Preis 2010 gilt als die höchste deutsche wissenschaftliche Auszeichnung im Fach Kinder- und Jugendmedizin. Er wird von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Bei der Preisverleihung, die auf der Jahrestagung der DGKJ Mitte September 2010 in Potsdam stattfand, gratulierte auch Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler.

Marco Henneke (36) erhielt die Auszeichnung für seine klinisch-experimentelle Arbeit zu einer bisher in ihrer Ursache unklaren Erkrankung der weißen Hirnsubstanz, der so genannten „RNASET2-defizienten zystischen Leukoenzephalopathie“.

In seiner Arbeit „RNASET2-deficient cystic leukoencephalopathy resembles congenital cytomegalovirus brain infection“ werden erstmals die genetische Ursache und die möglichen Pathomechanismen, die zu dieser seltenen Erkrankung führen, beschrieben.

Henneke und seine Arbeitsgruppe konnten zeigen, dass Mutationen des RNASET2-Gens zu einer zystischen Leukoenzephalopathie führen. Diese Erkrankung ist in ihren klinischen Symptomen und im Muster der Hirngewebsveränderungen nicht sicher von den Folgeerscheinungen einer konnatalen Cytomegalovirus (CMV)-Infektion des Gehirns zu unterscheiden, auch wenn sie in einer Kernspin- und Computertomographie zur Darstellung kommen.

Möglicherweise beeinträchtigen sowohl eine im Mutterleib erworbene CMV-Infektion des Gehirns als auch ein erblicher Defekt des RNASET2-Gens die Gehirnentwicklung durch eine Störung des körpereigenen Abbaus bestimmter Stoffwechselprodukte, der Ribonukleinsäuren (RNS).

Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden in der Juli 2009-Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift „NATURE GENETICS“ publiziert.