UMG bietet neue Therapie bei Bluthochdruck

© umg/hz
Text von: redaktion

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) startet mit einem neuem Therapieverfahren zur effizienten Senkung von Bluthochdruck ohne Medikamente. Es bedeutet einen Gewinn für Patienten, die trotz Medikamente nicht ausreichend behandelt werden können.

Bluthochdruck lässt sich heute mit einer großen Anzahl von Medikamenten behandeln. Doch: Nicht bei allen Patienten lässt sich der Blutdruck medikamentös ausreichend absenken.

Für sie gibt es an der UMG die neue Methode: Mit einem kurzen chirurgischen Eingriff wird ein sogenannter Barorezeptorstimulator in Höhe des Herzens unter die Haut implantiert. Die Elektroden bringen den körpereigenen Regelkreis in Gang, Blutdruck und Herzfrequenz werden dadurch normalisiert.

Die Abteilungen Nephrologie und Rheumatologie, Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie sowie Kardiologie und Pneumologie arbeiten bei dieser neuen Methode eng zusammen.

Rolf Wachter (Abt. Kardiologie und Pneumologie) leitet die interdisziplinäre Arbeitsgruppe: „Der große Vorteil des Verfahrens liegt darin, dass körpereigene Regelkreisläufe genutzt werden. Wir wenden das Verfahren bis jetzt nur bei Patienten an, die schon mindestens drei Medikamente nehmen und bei denen der Blutdruck dennoch nicht zufriedenstellend gesenkt werden konnte.“

Wird der Stimulator eingesetzt, können anschließend die Medikamente häufig abgebaut werden. Zudem kann das Gerät individuell auf den Patienten angepasst werden.

Dieter Zenker, Abteilung Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie, sagt: „Für die Operation benötigen wir weniger als eine Stunde und der Aufenthalt im Krankenhaus beträgt in der Regel nur zwei Tage. Damit bieten wir unseren Patienten eine schonende Behandlung.“.

„Das Therapieverfahren steckt noch in der Anfangsphase. Uns ist es dabei wichtig, diese Therapie wissenschaftlich solide zu begleiten“, so Michael Koziolek, Spezialist für Bluthochdruck in der Abteilung Nephrologie und Rheumatologie. Vergleichende Daten aus den USA zu diesem Verfahren belegen, dass auch nach vier Jahren Blutdrucksenkungen nachweisbar sind.

Aktuell wird das neue Therapieverfahren in der Region Südniedersachsen, Thüringen und Nordhessen nur in der Göttinger Universitätsmedizin angeboten.

Es ist das einzige nicht-medikamentöse Therapieverfahren zur Blutdrucksenkung, dessen Kosten die Krankenkassen übernehmen.