Über Kopf gemalt

© Ronald Schmidt/AFWK
Text von: redaktion

Im Göttingern Sanitätshaus o-r-t wurde die Ausstellung von Künstlerin Roswitha Lehr eröffnet. Diese kann bis zum 2. September 2011 zu den Öffnungszeiten besucht werden.

Früher war Roswitha Lehr engagierte Verwaltungsangestellte in der Georg-August-Universität Göttingen und passionierte Motorradfahrerin, bis eine schwere Erkrankung sie in den Rollstuhl zwang.

Vorbei die Zeiten, als sie auf zwei Rädern bis nach Italien fuhr, heute ist sie schon froh, wenn sie mittels starker Medikamente wenigstens ein paar Stunden halbwegs schmerzfrei in ihrem Atelier malen kann. Trotzdem ist das Glas für die Göttingerin stehts halb voll anstatt halb leer.

Um die richtige Perspektive zu erhalten, stellt die Malerin die Dinge gerne sprichwörtlich auf den Kopf, nur so kann die Schwerstbeschädigte heute überhaupt noch ihre Bilder malen. Dies erfordert jedoch ein besonderes Abstraktionsvermögen und die Hilfe ihres geduldigen Mannes.

Um auch andere Menschen an ihrem künstlerischen Schaffen teilhaben zu lassen, stellt sie trotz enormer Kraftanstrengungen ihre Werke regelmäßig aus.

In der lichtdurchfluteten Galerie des Sanitätshaus o-r-t erfreuen ihre Ölbilder nicht nur Besucher, sondern auch die Mitarbeiter. Diese haben ihre Werkstätten in den angrenzenden Räumen, was die Ausstellung ganz besonders belebt.

Die Ausstellung läuft bis zum 2. September und kann im Maschmühlenweg 47 in Göttingen zu den Öffnungszeiten von o-r-t besucht werden (Montag – Freitag 8-19 Uhr, Samstag 9-13 Uhr).