Über den Tellerrand

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Text von: Sebastian König

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft in Südniedersachsen wächst mit seinen Aufgaben und fördert den offenen Austausch in der Region.

„Der Branchen- und der überregionale Mix ist es, der unser Netzwerk spannend und interessant macht“, sagt Jörn Kater. Der Geschäftsführer des Uslarer Unternehmens BFE Fleet Concepts GmbH ist seit gut einem Jahr auch Regionalbeauftragter des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW). Sein Zuständigkeitsbereich umfasst Südniedersachsen mit den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode und Holzminden. „Hier achten wir bei der Mitgliederstruktur besonders auf eine breite Streuung sowohl im Hinblick auf die Branchen als auch unter regionalen Gesichtspunkten“, erklärt Kater. Das fördere die Bereitschaft der Mitglieder, sich offen auszutauschen. Denn sie befinden sich nicht in einer unmittelbaren Konkurrenzsituation, wie dies bei branchenspezifischen Netzwerken häufig der Fall sei. „Dadurch gelingt ein echter Blick über den Tellerrand, und es entsteht ein Transfer über Wissen oder Abläufe, der Unternehmen wirklich voranbringen kann“, sagt Kater.

Gelegenheit für Gespräche bietet der BVMW in verschiedenen Formaten. In Südniedersachsen organisiert Kater mindestens vier Veranstaltungen pro Jahr. An zwei Terminen treten dabei ‚Topspeaker‘ aus der Riege der 100 besten Referenten Deutschlands auf. So sprach im vergangenen Februar z.B. Leo Martin zum Thema ‚Geheimwaffen der Kommunikation‘. Darüber hinaus besteht für die Mitglieder die Möglichkeit, sich vorzustellen oder selbst einen Impulsvortrag zu halten. „Die Redebeiträge halten wir aber bewusst im Rahmen, denn das Wichtigste sind für uns die Gespräche im Anschluss an die Vorträge“, sagt Kater. Teilnehmen können auch Nicht-Mitglieder. Für sie ist die Teilnahme im Gegensatz zu den Mitgliedern, die freien Eintritt haben, allerdings kostenpflichtig.

Neben den regelmäßigen Treffen übernimmt der BVMW auch die Interessenvertretung der mittelständischen Unternehmen gegenüber der Politik. ‚Markt vor Staat‘ mit dem Hintergrund, die Interventionen und Subventionen zeitlich zu begrenzen, mehr Stabilität und Transparenz im Finanzsektor oder der Bürokratieabbau sind dabei nur einige der ausgegebenen Ziele. Zudem können die Mitglieder auf ein Beraternetzwerk zurückgreifen, dem mehr als 1.000 Steuerberater, Rechtsanwälte und Unternehmensberater angehören. „Auch hier achten wir darauf, dass sich unsere Berater nach Regionen und Branchen gut verteilen“, sagt Kater. Er selbst sieht sich in seiner Funktion als Regionalbeauftragter nicht nur in der Rolle des Organisators für die Veranstaltungen, sondern auch als eine Art ‚NetworkGatekeeper‘. „Bei der Auswahl der Mitglieder ist mir wichtig, dass ein Unternehmer zum Netzwerk passt.“ Deshalb trifft er sich mit allen Interessenten persönlich.

Momentan wächst das Netzwerk des BVMW in Südniedersachsen, wie Kater berichtet: „Pro Monat gewinnen wir circa fünf neue Unternehmen hinzu.“ Er selbst hat sich bei der Mitgliederentwicklung ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 100 Mitglieder will der 45-Jährige in der Region für den BVMW begeistern und damit die Attraktivität des Netzwerkes steigern. Dazu setzt er auf Konstanz: „Wenn ich mich erstmal für etwas entschieden habe, dann ziehe ich das auch durch: Ich bin da und bleibe es auch.“ Damit alle Aufgaben bewältigt werden können, hat sich Kater mit Catrin Neugebauer eine professionelle Leiterin für die Geschäftsstelle ins Boot geholt. Sie kümmert sich um das ‚Backoffice‘ und ist neben Kater die Ansprechpartnerin für Anfragen der Mitglieder. Außerdem können interessierte Unternehmen über sie den ersten Kontakt zum Netzwerk aufnehmen.