Über das Unendliche

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Text von: redaktion

Drei Fragen an Rudolf Kippenhahn

Rudolf Kippenhahn lebt seit 1991 als Autor populärwissenschaftlicher Bücher in Göttingen. In seinem Buch „eins, zwei, drei … unendlich“ setzt er sich mit dem mathematischen Phänomen der Unendlichkeit auseinander. Kippenhahn wurde 1926 in Bärringen (Böhmen) geboren, studierte Mathematik in Halle und Erlangen und promovierte 1951. Von 1965 bis 1975 war er Professor für Astronomie und Astrophysik an der Universität Göttingen, bis 1991 Direktor des Max-Planck-Instituts für Astrophysik in München und Garching.Welche mathematischen Fähigkeiten sollten Entscheider für die Reise an die Grenzen der Vorstellungskraft auf jeden Fall mitbringen?

An mathematischen Grundlagen des Lesers setzt das Buch nur die Bruchrechnung voraus. Alles andere, wie der Gebrauch von Buchstaben anstelle von Zahlen oder das Wissen um Geometrien, die anders sind als die, die wir in der Schule gelernt haben, wird im Buch erklärt. Der Leser muss allerdings Vorurteile in Bezug auf Mathematik ablegen und bereit sein, den Worten des Großvaters, der das alles seinem Enkel erklärt, geduldig zu folgen.

Was können Entscheider in Ihrem Buch lernen?

Die wesentliche Botschaft des Buches ist, dass die anschauliche Vorstellung, die wir schon als Kind dem täglichen Leben abgeschaut haben, versagt, wenn wir sie auf Dinge anwenden wollen, die nicht zum täglichen Leben gehören, etwa auf den Bereich der Atome oder der Sterne. Auch das Unendliche gehört nicht zu unserer täglichen Erfahrungswelt. Trotzdem gäbe

es weder Autos noch Flugzeuge, würde man bei ihrer Konstruktion nicht Rechenverfahren verwenden, bei denen es eine wichtige Rolle spielt.

Kann die Beschäftigung mit der Unendlichkeit Entscheidern im beruflichen Alltag helfen?

Für die Entscheidungen eines Managers oder auch nur für solche des täglichen Lebens spielt das Unendliche kaum eine Rolle. Wohl aber werden wir immer wieder vor Entscheidungen gestellt, bei denen wir versucht sind, den berühmten „gesunden Menschenverstand“ walten zu lassen. Dass dieser uns nicht immer die richtigen Antworten gibt, lehrt uns die Beschäftigung mit dem Unendlichen.