Tumorgenetiker erhält Jacob-Henle-Medaille

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Text von: redaktion

Die Medizinische Fakultät der Universitätsmedizin Göttingen verleiht ihre höchste jährliche Auszeichnung an einen ausgewiesenen Experten auf dem Gebiet der Tumorgenetik: Die Jacob-Henle-Medaille geht an Peter Lichter, Direktor der Abteilung Molekulare Genetik am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg.

Die feierliche Verleihung der Jacob-Henle-Medaille findet statt am Donnerstag, 29. November 2012, um 17 Uhr im Hörsaal 552 des Universitätsklinikums Göttingen.

Mit seiner Forschung hat Lichter maßgeblich dazu beigetragen, einzelne Chromosomen in der sogenannten Metaphase beim Menschen und in Zellkernen darzustellen.

Mit dem Wissen, um bestimmte charakteristische Kennzeichen von Krebszellen, lassen sich heutzutage bessere Aussagen über den weiteren Krankheitsverlauf von Krebspatienten treffen.

Als Leiter der deutschen Verbünde zur Tumorsequenzierung ist er einer der Wegbereiter der individualisierten Tumortherapie in Deutschland.

Die Laudatio hält Lorenz Trümper, Direktor der Abteilung Hämatologie und Onkologie der Universitätsmedizin Göttingen. Im Anschluss daran spricht Professor Lichter zum Thema ‚Biologische, klinische und ethische Konsequenzen der Gesamtgenom-Sequenzierung von Tumoren.‘

In den allermeisten Fällen geht Krebs auf Veränderungen im Erbmaterial einer Zelle zurück.

Das wissenschaftliche Interesse Prof. Lichters liegt in der Erforschung der Zusammenhänge dieser Veränderungen im Erbmaterial bei der Tumorentstehung. Dabei widmet er sich der Gesamtheit vererbbarer Informationen einer Zelle, dem Genom.

Mit Hilfe bestimmter Technologien wie chromsomenspezifischen Sonden für die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung, lassen sich Genome charakterisieren. Das bedeutet: Mit Hilfe dieser Technologien lässt sich darstellen, wie es im Zellkern aussieht oder welche Gene unter bestimmten Bedingungen aktiv sind.

So können neue Strategien zur Behandlung von Tumorpatienten entwickelt werden.

In jüngster Zeit ist es möglich geworden, die gesamte Erbsubstanz einer Krebszelle mit der gesunden Zelle eines Patienten zu vergleichen und so ‚punktgenau‘ zu ermitteln, welche Genveränderungen bei einem einzelnen Patienten vorliegen, sowie ob und welche modernen Therapien für diesen Patienten in Frage kommen.

Zur Person

Professor Peter Lichter wurde am 16. Oktober 1957 in Mannheim geboren und hat an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg Biologie studiert. Dort hat er 1995 seine Habilitation und die venia legendi für Molekulare Humangenetik an der Medizinischen Fakultät erhalten.

Lichter ist seit 1992 Direktor der Abteilung ‚Molekulare Genetik‘ am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Er ist Mitglied zahlreicher Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik, der European Association for Cancer Research und der Deutschen Krebsgesellschaft.

Im Jahr 1992 wurde ihm der Preis der Gesellschaft für Human-genetik, im Jahr 2002 der Deutsche Krebspreis und im Jahr 2010 der Preis der Eu-ropäischen Gesellschaft für Humangenetik verliehen.